Full text: Die doppelte kaufmännische Buchhaltung

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Zweitem tentheorie. 
mögensbestände gleich“ (Hügli, S.80). Diese „Begründung“ ist 
unverständlich und unzutreffend. 
Das anfängliche Reinvermögen und der Reingewinn sind im 
Sinne der Zweikontentheorie positiv, der Verlust und das schließ- 
liche Reinvermögen negativ. Das anfängliche Kapital, hier Rein 
vermögen genannt, wird als eine quasi-Schuld angesehen. „Der 
Prinzipal hat den Betrag sozusagen vom Geschäft zu fordern, 
dieses ist sozusagen schuldig; sozusagen, weil keine Schuld im 
juristischen Sinne vorliegt.“ 
Die Trennung zwischen reinen Bestands-, reinen Erfolgs 
und gemischten Konten bringt „die Verschiedenheit der Konten 
in Beziehung auf die Bedeutung ihrer Saldobeträge u (Gotfschalk, 
a. a. 0. S. 150) zum Ausdruck. Reine Bestands-Konten geben 
einen Saldo, der den Wert des Vorrates oder Bestandes ausdrückt. 
Die reinen Erfolgs-Konten drücken in ihrem Sollsaldo Verlust, 
in ihrem Habensaldo Gewinn aus. Die gemischten Konten geben 
zwei Saldobeträge, wovon der eine den Wert des Bestandes oder 
Vorrates und der andere Verlust oder Gewinn ausdrückt (nach 
Gottschalk, S. 150/151). Vgl. auch S. 119 f. 
Die Zweikontentheorie geht von der Gleichung aus: 
SA = SP -f- K 0 [Aktiva = Schulden + Kapital], K 0 ist eine 
Plus-Größe (vgl. S. 21, unten). 
Die Geschäftstheorie geht aus von der Gleichung: 
SA — [SP + A 0 ] = O, K 0 ist eine negative Größe. 
Die Anhänger der Zweikontenreihentheorie erklären, daß die 
beiden Reihen in ihren Ergebnissen voneinander unabhängig sind, 
nebeneinander bestehen. Das Ausgangsbilanz-Konto schließt die 
Bestands-Konten ab, sammelt deren Ergebnisse, das Gewinn 
end Verlust-Konto bringt die Erfolgs-Konten zum Abschluß. Die 
Verbindung der beiden Reihen erfolgt durch Übertrag des Kapitals 
von Bilanz auf Kapital-Konto Soll, in anderen Fällen durch 
Übertrag des Reingewinnes auf Bilanz-Konto (z. B. bei Aktien 
gesellschaften), Überträge, für welche diese Kontentheorie keine 
genügende Erklärung gibt. Denn der positive Uberschuß des 
Bilanz-Kontos (Sollsaldo = Endkapital) wird auf die negative 
Seite (Soll) des Kapital-Kontos übertragen, im andern Fall der 
positive Überschuß (Habensaldo) des Gewinn- und Verlust- 
Kontos auf die negative Seite des Bilanz-Kontos! Richtig wäre
	        
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