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Alt-Kigas gewerblichem Leben.
seit dem dreizehnten Jahrhundert lebhaften Wachshandel Rigas* ein
Gebäude zum Stapeln des zur Verschiffung bestimmten Wachses
grosse Wahrscheinlichkeit für sich.
Fersehuser, d. h. Speicher schlechthin ohne nähere Angabe,
werden im Besitze von Privatpersonen in den Erbebüchern seit
1436 wiederholt erwähnt. Gleichfalls rein privaten Charakters sind
die Holzhöfe {-Holthofe, holtrume), Stätten, an denen Holz gelagert
wurde, und die nach den Erbebüchern mehrfach ihre Besitzer
wechseln.
Die 1490 und 1492 genannten Teer- und Aschenwrake*
wird vermuthlich in bestimmten Gebäuden vorgenommen worden
sein. Im Jahre 1516 begegnet uns zum ersten Male eine Herings-
wrake ®. Die Therebane oder der Teer platz auf der Lastadie,
die allerdings erst 1540 und 1549 erwähnt wird^, kann der Platz
gewesen sein, auf dem die Theerwrake vor sich ging. Wenigstens
ist Napierskys Ableitung des Wortes therebane von tyera oder
tere, d. h. Packen oder Ballen, wie sie namentlich beim Tuchhandel
üblich waren, und seine Erklärung der Therebane als eines freien
Platzes für Waarenballen nicht ganz einwandsfrei. Aus der Natur
der Tuchballen ergiebt sich die Nothwendigkeit eines besonderen
Stapelplatzes so wenig, als es wahrscheinlich ist, dass sie unter
freiem Himmel ausgepackt wurden. In der Rathsentscheidung über
die Arbeitsgrenzen der Ligger und Lastträger lautet Art. 17: Item
van einer last theers, ivelcket nicht geforet ivarci van der bane
in de schiinen, to schlaende twe Schillinge u. s. w. Auch hieraus
ergiebt sich die Richtigkeit der Auffassung der Therebane als
eines Platzes zur Verpackung, Stapelung, Wrake etc. des Theers.
Über das Alter der genannten Wraken kann nichts bestimmt
werden. Indess lässt sich, da der mittelalterlichen Auffassung eine
bis ins Kleinste sich erstreckende Beaufsichtigung der privaten
gewerblichen und commerziellen Thätigkeit nicht widersprach,
glauben, dass die Einrichtung schon früh ins Leben trat. Der
Aschenhandel Rigas war im dreizehnten Jahrhundert schon ein
ansehnlicher. Wird doch z. B. 1275 eine Schiffsladung Asche, die
1 Stieda, Revaler Zollbücher, S. CXllI.
** Napiersky, Lib. red. Ill, 176, 177.
Mettig, Sitzungsbericht der (iesell.schaft f. Geschichte u. Alterthumskunde,
Dünaztg. 1804, Nr. 64.
1 Napiersky, Erbeb. II, 857, 1036.