fullscreen: Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

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Alt-Kigas gewerblichem Leben. 
seit dem dreizehnten Jahrhundert lebhaften Wachshandel Rigas* ein 
Gebäude zum Stapeln des zur Verschiffung bestimmten Wachses 
grosse Wahrscheinlichkeit für sich. 
Fersehuser, d. h. Speicher schlechthin ohne nähere Angabe, 
werden im Besitze von Privatpersonen in den Erbebüchern seit 
1436 wiederholt erwähnt. Gleichfalls rein privaten Charakters sind 
die Holzhöfe {-Holthofe, holtrume), Stätten, an denen Holz gelagert 
wurde, und die nach den Erbebüchern mehrfach ihre Besitzer 
wechseln. 
Die 1490 und 1492 genannten Teer- und Aschenwrake* 
wird vermuthlich in bestimmten Gebäuden vorgenommen worden 
sein. Im Jahre 1516 begegnet uns zum ersten Male eine Herings- 
wrake ®. Die Therebane oder der Teer platz auf der Lastadie, 
die allerdings erst 1540 und 1549 erwähnt wird^, kann der Platz 
gewesen sein, auf dem die Theerwrake vor sich ging. Wenigstens 
ist Napierskys Ableitung des Wortes therebane von tyera oder 
tere, d. h. Packen oder Ballen, wie sie namentlich beim Tuchhandel 
üblich waren, und seine Erklärung der Therebane als eines freien 
Platzes für Waarenballen nicht ganz einwandsfrei. Aus der Natur 
der Tuchballen ergiebt sich die Nothwendigkeit eines besonderen 
Stapelplatzes so wenig, als es wahrscheinlich ist, dass sie unter 
freiem Himmel ausgepackt wurden. In der Rathsentscheidung über 
die Arbeitsgrenzen der Ligger und Lastträger lautet Art. 17: Item 
van einer last theers, ivelcket nicht geforet ivarci van der bane 
in de schiinen, to schlaende twe Schillinge u. s. w. Auch hieraus 
ergiebt sich die Richtigkeit der Auffassung der Therebane als 
eines Platzes zur Verpackung, Stapelung, Wrake etc. des Theers. 
Über das Alter der genannten Wraken kann nichts bestimmt 
werden. Indess lässt sich, da der mittelalterlichen Auffassung eine 
bis ins Kleinste sich erstreckende Beaufsichtigung der privaten 
gewerblichen und commerziellen Thätigkeit nicht widersprach, 
glauben, dass die Einrichtung schon früh ins Leben trat. Der 
Aschenhandel Rigas war im dreizehnten Jahrhundert schon ein 
ansehnlicher. Wird doch z. B. 1275 eine Schiffsladung Asche, die 
1 Stieda, Revaler Zollbücher, S. CXllI. 
** Napiersky, Lib. red. Ill, 176, 177. 
Mettig, Sitzungsbericht der (iesell.schaft f. Geschichte u. Alterthumskunde, 
Dünaztg. 1804, Nr. 64. 
1 Napiersky, Erbeb. II, 857, 1036.
	        
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