Full text : Die doppelte kaufmännische Buchhaltung

36  Der  Geschäftsbetrieb.
d)  Ein  am  31.  Dezember  zahlbares  Akzept  von  4000  wird  auf
Wunsch  des  Inhabers  vor  der  Fälligkeit  mit  200  Zinsenabzug
mittels  Schecks  eingelöst.  Eine  Schuld  im  Buchwert  von
4000  wird  durch  eine  Ausgabe  von  nur  3800  getilgt,  das
Bankguthaben  vermindert  sich  um  3800,  die  Schuld  jedoch
um  4000:  ein  Kapitalgewinn  von  200  M.
Diese  12  Geschäftsfälle  erschöpfen  alle  Möglichkeiten  hinsichtlich ­
  der  Wirkung  auf  Vermögen,  Schulden  und  Kapital.
Sie  lehren:
1.  Der  Geschäftsbetrieb  verändert  a)  Vermögen  und  Schulden ­
  nur  in  ihrer  Struktur,  in  ihren  einzelnen  Bestandteilen,  läßt
aber  die  Größe  des  Kapitals  unberührt  (Fälle  unter  I,  Wert  Veränderungen ­
  des  Vermögens  und  der  Schulden,  Änderung  in  der
Zus  ammensetzung).
ß)  Oder  das  eigene  Kapital  der  Unternehmung  wird  seinem
Werte  nach  vermehrt  oder  vermindert  (Gewinn-  und  Verlustvorgänge, ­
  Wertveränderungen  des  Kapitals)  (Fälle  unter  II).
y)  Schließlich  kann  ein  Geschäftsfall  die  Zusammensetzung
des  Vermögens  und  der  Schulden  und  gleichzeitig  die  Größe  des
Kapitals  verändern  (Fälle  unter  III) *  1 ).
2.  Jede  Veränderung  des  eigenen  Kapitals  durch  Gewinn
oder  Verlust  ist  an  einen  Vermögensteil  oder  an  eine  Schuld  gebunden ­
  und  bewirkt  gleichzeitig  auch  eine  Wertveränderung
eines  von  beiden  (II  und  III).
3.  Jeder  Geschäftsfall  äußert  doppelte  Wirkung.
In  den  Lehrbüchern  der  d.  B.  wird  vielfach  zwischen  Form-Veränderungen
  des  Vermögens  (Fälle  I)  und  We/tveränderungen
(II  und  III)  des  Kapitals  unterschieden.  Richtiger  soll  es  heißen:
es  gibt  Geschäftsfälle,  welche  Vermögen  und  Schulden  als  Ganzes,
also  Gesamtvermögen  und  -schulden  ihrem  Gesamtwerte  nach  unverändert ­
  lassen  (Formveränderungen,  Verschiebungen  in  der
Zusammensetzung).  Denn  jeder  Geschäftsfall  bewirkt  eine  Wertveränderung ­
  der  einzelnen  Bestandteile  des  Vermögens  und  der
Schulden.
!)  Schaer  (Z.  f.  B.  1907)  gruppiert  die  Geschäftsfälle  wie  folgt:
1.  Tauschvorgänge  [la-d].  2.  Gewinn  Vorgänge  [Ob,  cj.  3.  Verlustvorgänge ­
  [11a,  dj.  4.  Gemischte  Vorgänge  [III  a—d].
            
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