Full text : Lebenserinnerungen

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Unser  Aufenthalt  in  Amerika  ging  zu  Lnde.  Noch  einmal  sahen
wir  die  näheren  freunde  zum  Abschied  bei  uns,  dann  mußten  wir
uns  trennen.  Ls  war  rührend,  wie  beim  Besteigen  des  Dampfers,
der  uns  nach  Luropa  bringen  sollte,  der  bekannte  Lchriftsteller
Kalph  Waldo  Trine  uns  bis  an  das  Deck  begleitete  und  in  lebhaftem ­
  gespräch  solange  bei  uns  verblieb,  bis  der  Kapitän  ihn
dringend  aufforderte,  das  Stfjiff  sofort  zu  verlassen,  wenn  er  nicht
nach  Luropa  mitfahren  wolle.  Linnig  fanden  wir  die  amerikanische
Litte,  beim  letzten  Übschied  den  Lcheidenden  eine  guirlande  zuzuwerfen, ­
  so  dast  ^eder  ein  Ltück  davon  zum  Abschied  erhielt.
Die  Kückkehr  nach  Luropa  haben  wir  mit  eigentümlichen  Empfindungen ­
  angetreten.  Biel  Liebe  und  Freundschaft  war  uns
erwiesen,  und  dabei  war  keine  Aussicht  auf  ein  Wiedersehen;  der
Abschied  von  einem  ganzen  Weltteil  ist  etwas  anderes,  als  eine
Keife  in  ein  benachbartes  Land.  Die  gewaltige  Ltadt  New  ^fork
machte  bei  dem  Abschied  im  Hellem  Lonnenschein  einen  großartigen
Lindruck,  langsam  versanken  die  mächtigen  Bauten,  und  wir
waren  im  Ozean.  Wir  hatten  diesmal  die  südliche  Koute  gewählt
und  haben  das  in  keiner  Weife  bedauert.  Unsere  Keife  war  von
prächtigem  Wetter  begünstigt,  die  Azoren  waren  aus  nächster  Nähe
zu  betrachten.  Wir  begrüßten  herzlich  die  Küste  von  Luropa,  die
einen  durchgebildeteren  Lindruck  macht,  gibraltar  im  Trühlmgsschmuck
  und  mit  seiner  Blütenpracht  war  bezaubernd,  dann  ging
es  weiter  über  Algier,  Neapel  und  schließlich  nach  genua.  Hier
empfing  uns  unser  jüngerer  Lohn;  wir  haben  dann  eine  herrliche
Keife  über  die  Kiviera,  den  Klont  Lenis,  Montreux  und  nach  genf
gemacht.  In  genf  war  alle  Zeit  Hodler  gewidmet,  der  uns  feine
künstlerischen  Lntwürfe  zeigte  und  sich  geistvoll  über  seine  Kunst
aussprach.  Linen  großartigen  Abschluß  gewährte  uns  der  Thuner
Lee  mit  feinen  Alpenriesen,  dann  ging  es  über  Bafel  nach  Haufe.
            
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