ober aber jene Latwelt als seine eigne erlebte und sich damit über
den Ltand eines blosten Lltomes zu einem Weltwesen erhob. Line
nähere Lntwicklung dessen forderte eine eigentümliche Stellung
zwischen der alten und der neuen Denkart. Die alte Ort, wie sie
das Ültertum und auch das alte Christentum geistig umfastt, fetzte
eine geschlossene und den Menschen beherrschende Welt voraus, fei
es einen künstlerisch verstandenen Kosmos, fei es das Neich gottes
und der Kirche mit feinen ethischen Werten. Dabei hatte den un
bedingten Vorrang der gedanke des ganzen, er hatte dem Menschen
sowohl das Ziel als die Kraft des Lebens zuzuführen. Nun kam
die graste Verschiebung des Lebensstandes durch die Neuzeit, vor
nehmlich durch die Üufklärung. Der Üusgangspunkt und zugleich
die Hauptbewegung verlegte sich damit in den Menschen und sein
Denken; nun galt es alle Wirklichkeit vom Menschen aufzubauen
und von hier aus dem Leben einen Inhalt zu geben. Olle Lebens
gebiete mustten sich damit neu gestalten, der Philosophie aber
wurde es zu einer unabweisbaren Üufgabe, eine innere Verbindung
zwischen dem Menschen und dem Llll herzustellen und ihm dieses
zum geistigen Besitz zu geben. In dieser Nichtung haben Männer
ersten Nanges wie öpinoza und Leibniz gewirkt, und es sind kühne
gedankengebäude daraus hervorgegangen. Der Weg und dasMittel
zur Verbindung mit dem Oll war dabei die Intelligenz, nur sie
schien imstande, den Menschen vollauf mit der Welt zu verbinden.
Kant aber zeigte die Voraussetzung dieser Lösung und erwies mit
unerbittlicher üchärfe, dast vom blosten Menschen aus nicht über
den Menschen hinauszukommen ist, und dast wir von der Lrschei-
nung aus nie ein Mich der Dinge erreichen; zugleich aber glaubte
er, von der Moral aus eine Welt der Dreiheit aufbauen zu können.
Ober einmal war das Mich der Moral zu eng, um den ganzen
geistigen Besitz in sich aufzunehmen, sodann drohte die Lcheidung
von theoretischer und praktischer Vernunft die Linheit der Wirklich
keit aufzuheben. Diese unerträgliche Kluft suchten die leitenden
deutschen spekulativen Denker, vor allem Richte, Lchelling, Hegel,
zu überwinden, sie wollten damit unmittelbar ein Weltschaffen des
Menschen erreichen; sie konnten das aber nicht, ohne das ver
mögen des Menschen zu überschätzen, absolutes und menschliches
Geistesleben als gleichwertig zu behandeln; zugleich fastten sie den
Lebensinhalt zu eng, und würdigten sie nicht genügend die un
geheuren Verwicklungen des menschlichen Lebenssiandes; in einem
einzigen Zuge sollte sich ihnen die ganze Tülle der Wirklichkeit er
öffnen und der Mensch sich zu schaffender gröste aus eignem ver
mögen erheben. Die Tolge dieser Überspannung des Menschen
war der Positivismus mit feiner inneren Üblösung des Menschen
von der Welt; das aber ergab eine Beschränkung auf die