Full text : Wesen und Weg der Sozialisierung

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dige  Verwaltungswirtschaft  letzten  Endes  Naturalwirtschaft ­
  ist.  Sozialisieren  heißt  daher  die  Naturalwirtschaft  fördern.
An  der  zersplitterten,  unbeherrschbaren  Geldordnung  festhalten  und
gleichzeitig  sozialisieren  wollen,  ist  ein  innerer  Widerspruch.  Es  gehört ­
  zum  Wesen  des  Geldes,  daß  es  nicht  geleitet  werden  kann,  und
alle  Versuche,  die  „richtige  Geldmenge“  zu  bestimmen,  sind  vergebliches ­
  Bemühen.  Die  bisherigen  geldpolitischen  Bestrebungen  waren
praktisch  ergebnislos,  theoretisch  unzulänglich,  nicht  weil  die  Bearbeiter ­
  unfähig  waren,  sondern  weil  das  Geld  ein  ungeeignetes
Objekt  all  dieser  Bemühungen  war.  Wenn  man  einmal  das  Wesen
des  Geldes  voll  erkannt  haben  wird,  dann  wird  es  allen  wie  Schuppen
von  den  Augen  fallen,  und  die  Entwicklung  von  Jahrhunderten  wird
wie  ein  großer  Irrtum  erscheinen.  Späteren  Geschlechtern  mag
es  dann  Vorbehalten  sein,  zu  zeigen,  welche  befruchtenden,  welche  vernichtenden ­
  Wirkungen  das  unaufhörliche  Streben  nach  einer  vollkommenen ­
  Geldordnung  erzeugt  hat.
In  einer  Großnaturalwirtschaft,  in  einer  sozialisierten  Wirtschaft
ist  das  Geld  keine  treibende  Kraft  mehr.  Es  gibt  dann  keinen  „Reingewinn“, ­
  um  dessentwillen  produziert  würde.  Geld  kann  höchstens
als  Anweisung  auf  allerlei  Gegenstände  und  Leistungen  bestehen  bleiben, ­
  welche  der  einzelne  Verbraucher  erhält,  um  seinen  Verbrauch
einrichten  zu  können.  Es  hängt  vom  gesamten  Wirtschaftsplan  ab,  in
welchem  Ausmaß  die  Mannigfaltigkeit  des  Einzeldaseins  Berücksichtigung ­
  finden  kann.  Eins  werde  vorweg  festgestellt:  Innerhalb
einer  sozialisierten  Wirtschaft  kann  eine  weit  größere ­
  Mannigfaltigkeit  der  Lebensweise  ermöglicht
werden,  als  innerhalb  der  freien  Verkehrswirtschaft.
Die  freie  Konkurrenz  erzwang  eine  weitgehende  Gleichartigkeit.  Die
Arbeitszeit  z.  B.  paßte  sich  der  „Weltarbeitszeit“  an,  da  ja  alles  auf
alles  durch  Vermittlung  des  Marktes  einwirkte.  Ganz  anders  innerhalb ­
  der  sozialisierten  Wirtschaft.  Es  kann,  wenn  es  die  Gesellschaft
wünscht,  neben  dem  achtstündigen  Arbeitstag  für  Durchschnittsarbeiter
ein  sechsstündiger  für  Kriegsbeschädigte  und  Alternde  Geltung  haben.
Die  Ausschaltung  des  Reingewinns  ist  eine  notwendige  Folge
der  Sozialisierung;  selbst  in  einer  nur  teilweise  durchgeführten
Verwaltungswirtschaft,  wie  es  die  Kriegswirtschaft  war,  wurde  der
Reingewinn  im  wesentlichen  willkürlich  festgesetzt.  Wenn  durch  Verbände ­
  oder  durch  den  Staat  Mindestlöhne  und  Höchstpreise  festgelegt
sind,  ist  der  Reingewinn  im  wesentlichen  mitbestimmt.  Er  ist  dann
eigentlich  ein  verwaltungsmäßig  bestimmtes  Geldeinkommen  und
            
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