Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Zweiter  Teil
Banken  und  Bankgeschäfte
I.  Skizze  ber  geschichtlichen  Entwicklung  des  Bankwesens
1.  Die  Banken  im  Altertum
Wenn  wir  von  Banken  des  Altertums  sprechen  und  nach  den  zum  großen
Teil  nur  recht  spärlichen  Quellen  ihre  Tätigkeit  betrachten,  so  tritt  uns  ein
wesentlicher  Unterschied  zwischen  den  Banken  des  Altertums  und  des  Mittelalters ­
  einerseits  und  unseren  modernen  Bankinstituten  andererseits  sofort
klar  vor  Augen:  Diese  dienen  hauptsächlich  der  Vermittlung  des
Zahlungs-  und  Kreditverkehrs,  während  die  Institute,  die
wir  Banken  des  Altertums  nennen  können,  ebenso  wie  die  Banken  bis  ins
Mittelalter  hinein,  im  großen  und  ganzen  doch  nur  Zentralstellen  waren,
bei  denen  Gelder  aufbewahrt  und  Münzen  umgewechselt  wurden.
Wir  können  hier  nicht  über  die  bankartigen  Einrichtungen  der  Babylonier, ­
  Karthager,  Phönizier  und  Ägypter  sprechen  Z,  müssen ­
  uns  vielmehr  darauf  beschränken,  das  Bankwesen  der  alten  Griechen
und  R  ö  m  e  r  zu  skizzieren.
Bankiers  im  alten  Griechenland  waren  vielfach  die  Priester.  „Mit
allen  bedeutenden  Heiligtümern",  schreibt  Ern  st  Curtius  in  seiner
„Griechischen  Geschichte",  „war  eine  umfangreiche  Finanzverwaltung  derbunden,
  indem  es  die  Aufgabe  der  P  r  i  e  st  e  r  war,  durch  kluge  Verwaltung,
durch  vorteilhafte  Verpachtungen,  durch  Darlehen  usw.  die  jährlichen  Einkünfte ­
  zu  steigern  und  einen  Schatz  zu  bilden,  der  nicht  nur  zur  Aufrechterhaltung
  der  Würde  des  Gottesdienstes  ausreichte,  sondern  auch  für  die
nationale  Macht  des  Heiligtums  eine  wesentliche  Forderung  war."  Zu  allen
Teilen  der  griechischen  Welt  trat  das  Heiligtum  in  geschäftliche  Beziehungen,
und  so  kam  es,  daß  die  Tempel  mehr  und  mehr  Geldinstitute  wurden,  die  die
Stelle  öffentlicher  Banken  vertraten.
S.  hierüber  mein  „Bankgeschäft",  Band  II.  a.  a.  O.  S.  7  ff.
            
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