Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

(

rung  der  Credit-Anstalt  als  ausreichend  erwies,  kam  es  im  Februar  1834  zu
einer  Vereinigung  des  Wiener  Bank-Vereins  mit  der  Österreichischen
■  Credit-Anstalt,  unter  gleichzeitiger  Änderung  der  Firma  in  „Ö  st  e  r  r  e  i  ch  i  s  ch  e
Credit-Anstalt  —  Wiener  Bank-Verein".  Diese  vereinigte  Bank
übernahm  das  eigentliche  Bankgeschäft  der  Niederösterreichischen  Escompte-Gesellschaft,
  während  diese  selbst  unter  der  Firma  „Österreichische  Jndustriekredit
AG."  zu  einer  Art  Jndustrieholdinggesellschaft  wurde.  Nachdem  die  maßgeblichen
österreichischen  Banken,  wie  die  Anglo-Bank,  die  Bodenkreditanstalt,  die  Union-Bank,
  die  Verkehrs-Bank,  der  Wiener  Bank-Verein  und  die  Niederösterreichische
Escompte-Gesellschaft  in  die  Credit-Anstalt  aufgegangen  sind,  ist  die  Credit-Anstalt
  die  einzige  österreichische  Großbank.  Ihr  Aktienkapital  wurde  von  142
auf  167  Will,  »h  erhöht,  wobei  die  neuen  Aktien  von  der  Österreichischen  Nationalbank ­
  übernommen  wurden  *).
Für  das  österreichische  Bankwesen  von  Bedeutung  sind  weiter  die  Z  e  n  t  r  a  l  -
europäische  Länderbank  und  die  der  Dresdner  Bank  nahestehende
Mercurbank,  sowie  zahlreiche  Privatbankiers.

7.  Das  Bankwesen  in  Deutschland
Während  des  Dreißigjährigen  Krieges,  im  Jahre  1619,  entstand  in
Hamburg,  angeregt  durch  die  dorthin  gekommenen  niederländischen  Emigranten, ­
  die  später  zu  großer  Bedeutung  gelangte  Hamburger  Bank.
Wie  die  anderen  Girobanken,  betrachtete  auch  sie  es  als  eine  ihrer  Hauptaufgaben, ­
  der  Münzverschlechterung  und  der  durch  die  „Kipper  und  Wipper"
geübten  Münzbeschneidung  Einhalt  zu  tun.  Ein  Guthaben  konnte  ursprünglich ­
  nur  durch  Einzahlung  vollwichtiger  Taler  erworben  werden.
Eine  Kreditgewährung  war  ausgeschlossen.  Umschriften  und  Abhebungen
erfolgten  durch  Anweisungen  über  ein  bestimmtes  Quantum  Silber.  Rechnung ­
  s  g  e  l  d  war  die  „Mark  Banko",  die  eine  ideale  Werteinheit  von
8Vs  g  Feinsilber  war.
Ein  Teil  der  Depositen-  und  Girogelder  wurde  gegen  Unterpfand  ausgeliehen. ­
  Da  alle  Geschäfte  der  Bank  auf  solider  Grundlage  beruhten  und
die  strengen  Satzungen  fast  stets  eingehalten  wurden,  so  hatte  sie  unter  den
schlimmen  Zeiten  sKrisen,  1813  Plünderung  ihrer  Kassen  durch  Marschall
D  a  v  o  u  st)  nur  verhältnismäßig  wenig  zu  leiden.
S.  Max  Sokal,  Neugestaltung  und  Zusammenfassung  im  österreichischen ­
  Bankwesen,  in  Mitteilungen  des  Verbandes  österreichischer  Banken  und
Bankiers  1935  1/2.  Josef  Joham,  Geld-  und  Kreditwesen  in  Österreich,  in
Österreichische  Zeitschrift  für  Bankwesen  1937  2/3.
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