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Gelder heranzuziehen. Das Gebiet des Gründungswesens hat sie erst ver
hältnismäßig spät betreten, ist aber dann auch hier mit gutem Erfolg tätig
gewesen. Nach Aufnahme der Disconto-Gesellschaft (1929) änderte sie ihren
Namen in: Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft (DD-Bank, Börsen
name: Dedi-Bank). Seit Oktober 1937 führt die Bank wieder ihren ur
sprünglichen Namen: Deutsche Bank. Wenn auch in der Krisenzeit 50 Mil
lionen RM ihrer Aktien in den Besitz der Golddiskontbank übergegangen
waren, so ist ein staatlicher Einfluß auf die Geschäftsführung niemals
erfolgt. Im Jahre 1936 sind sämtliche Aktien des Instituts wieder repriva
tisiert, d. h. in Privaten Händen untergebracht worden.
1870 wurde in Hamburg die Commerz- und Disconto°Bank gegründet,
die nach Fusion mit der Mitteldeutschen Privat-Bank sich Commerz-
und Privat-Bank nannte. In der Bankkrise besaß sie von ihrem
Kapital von 75 Mill. RM etwa die Hälfte. Nach der Zusammenlegung ist
das Kapital, unter Gewährung von Zuschüssen vom Reich, auf 80 Mill. RM
erhöht worden. Von den neuen Aktien wurden 12,5 Mill. RM gegen Aktien
des Barmer Bankvereins getauscht. Im Jahre 1936 wurden die Aktien
des Instituts reprivatisiert.
Im Dezember 1872 ging aus dem Bankgeschäft Michael Kaskel die
Dresdner BankZ in Dresden hervor. Ihre Hauptaufgabe suchte sie
im „Betrieb des Bank- und Kommissionsgeschäftes in allen seinen Teilen".
Sie pflegt in hohem Maße das Depositengeschäft, ist an-industriellen Unter
nehmungen beteiligt und sucht durch ihre ausländischen Filialen und Kom-
manditen, sowie durch enge Beziehungen zu Banken und Bankiers aller
Länder auch im Auslande den deutschen Handel zu fördern. Nach Über
nahme der Deutschen Genossenschaftsbank von Soergel, Parrisius & Co.
ist die Bank, die eigene Genossenschaftsabteilungen in Berlin und Frank
furt a. M. besitzt, mehr und mehr Zentralinstitut vieler genossenschaftlicher
Volksbanken geworden, mit denen sie d i r e k t verkehrt.
Das Aktienkapital der Dresdner Bank von 100 Mill. RM wurde nach
der Bankenkrise um 300 Mill. NM erhöht, die das Reich in Vorzugs
aktien übernahm, und für die es Schatzanweisungen als Liguiditätsreservc
Z Die den Anfangsbuchstaben „D" tragenden Großbanken: Deutsche Bank,
Disconto-Gesellschafl, Dresdner Bank, Darmstädter und Nationalbank faßte man
in der ganzen Welt unter der Bezeichnung „D-Banken" zusammen. Infolge der
Fusionen bestehen nur noch zwei D-Banken.