Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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zur  Verfügung  stellte.  Die  33 l / s  Mill.  RM  eigenen  Aktien,  die  die  Bank
besaß,  wurden  eingezogen  und  das  Kapital  von  66 2 / s  auf  20  Mill.  RM
vermindert  (Zusammenlegung  im  Verhältnis  von  10:3).  Das  Reich  stellte
von  seinen  300  Mill.  RM  Vorzugsaktien  100  Mill.  RM  kostenfrei  zur
Verfügung  und  ließ  die  anderen  200  Mill.  RM  in  Stammaktien  umwandeln. ­
  Somit  ergab  sich  für  die  Dresdner  Bank  ein  Kapital  von  220  Mill.
RM,  das  1932  auf  150  Mill.  RM  herabgesetzt  wurde.  —  Die  seitens  der
Dresdner  Bank  übernommenen  Ablösungsverpflichtungen  für  die  ihr  in
der  Krisenzeit  vom  Reich  zugeflossenen  Mittel  hat  die  Bank  im  September
1937  durch  Zahlung  eines  aus  stillen  Reserven  entnommenen  Betrages
abgegolten.  Alle  ihre  Aktien  sind  wieder  in  Privatbesitz  übergegangen.
1881  wurde  mit  einem  Kapital  von  40  Millionen  M  die  Nationalbank
für  Deutschland  errichtet.  Sie  hat  sich  zunächst  durch  Errichtung  einer  Anzahl ­
  Depositenkassen  in  allen  Stadtteilen  Berlins  einen  größeren  Wirkungskreis ­
  zu  schaffen  gesucht,  hat  dann  weiter  aber  auch  das  Emissionsgeschäft  gepflegt
  und  sich  an  zahlreichen  Gründungen  beteiligt.  1920  nahm  sie  die  Deutsche
Nationalbank  in  Bremen  auf  und  ging  zur  Rechtsform  der  Kommanditgesellschaft
auf  Aktien  über.  1922  erfolgte  (f.  oben)  die  Fusion  mit  der  Darmstädter  Bank  *).
Das  charakteristische  Merkmal  der  deutschen  Banken,  im  Gegensatz  zu
den  englischen  Banken,  ist,  daß  sie  in  sich  all  die  Tätigkeiten  vereinen,  die
! )  Durch  die  im  Frühjahr  1932  mit  Hilfe  des  Reichs,  der  Reichsbank  und  der
Deutschen  Golddiskontbank  durchgeführte  Sanierung  ist  bei  den  deutschen  Filialgroßbanken
  eine  Summe  von  rund  1  Milliarde  RM  für  Abschreibungen  und
Rückstellungen  frei  geworden.  Diese  Summe  genügte  aber  nicht,  um  die  Liquidität ­
  der  Banken,  die  so  schwer  unter  der  Krise  gelitten  hatten,  wiederherzustellen.
  So  griff  man  zu  neuen  Maßnahmen.  Am  23.  Dezember  1932  traten  zwei
Institute  ins  Leben,  die  den  Banken  Entlastung  und  Stärkung  ihrer  Liquidität
bringen  sollten:  Das  „Deutsche  Finanzierungsinstitut"  lD  e  fi)  und  die  „Tilgungskasse ­
  für  gewerbliche  Kredite"  (Tilk  a).  Die  D  e  f  i,  die  mit  einem  Aktienkapital ­
  von  30  Millionen  RM  ausgestattet  ist,  soll  den  Banken  Aktien,  Anteile,
sowie  mittel-  und  langfristige  Forderungen  abnehmen,  die  ihnen  aus  der  Sanierung ­
  gewerblicher  und  industrieller  Betriebe  verblieben  sind  und  sonst  nicht
untergebracht  werden  können.  Mit  Hilfe  der  Tilka  (Garantiefonds:  zunächst
30  Millionen  RM)  dagegen  können  die  Banken  Abschreibungen  auf  schwer  oder
überhaupt  nicht  sanierungsfähige  Betriebe  auf  mehrere  Jahre  verteilen.  Die
Tilka  übernimmt  die  Forderungen,  und  die  Banken  mindern  ihre  Schuld  aus
ihren  künftigen  Gewinnen  und  den  Eingängen  auf  diese  Forderungen.  Defi  und
Tilka  werden  in  Personalunion  verwaltet,  damit  sie  ihre,  auf  das  gleiche  Ziel
gerichtete  Aufgäbe  in  enger  Zusammenarbeit  erfüllen  können.
            
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