Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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heit  der  Abrechnenden  schuldet  oder  von  ihr  zu  fordern  hat.  Über  diesen
Saldo  schreibt  der  bevollmächtigte  Vertreter  eine  Anweisung  aus  —  ein
gelbes  oder  grünes  Formular,  je  nachdem  sich  für  seine  Firma  ein  Kreditoder ­
  Debet-Saldo  ergibt.  Die  Abrechnung  stimmt,  wenn  die  vom  Leiter
der  Abrechnungsstelle  summierten  Beträge  der  Kredit-  und  Debet-Schecks
gleiche  Summen  ergeben.  Zeigt  sich  eine  Differenz,  so  muß  so  lange
gesucht  werden,  bis  der  oder  die  Fehler  entdeckt  sind.  Ist  die  Abrechnung
in  Ordnung  und  festgestellt,  daß  die  Abrechnenden  die  erforderlichen  Guthaben ­
  bei  der  Reichsbank  besitzen  —  reicht  das  Barguthaben  nicht  aus,  so
entnehmen  die  Banken  den  fehlenden  Betrag  auf  Lombardschein  bei  der
Reichsbank  —,  so  unterzeichnet  der  Leiter  der  Abrechnungsstelle  die  von
den  Vertretern  der  Abrechnungsfirmen  ausgeschriebenen  Schecks  und  gibt
sie  dem  Girokontor  zur  Buchung.
An  allen  Plätzen,  an  denen  Abrechnungsstellen  bestehen  sEnde  1936
waren  es  77),  wird  in  ähnlicher  Weise  verfahren.  Die  694  Teilnehmer  dieser
Abrechnungsstellen  verrechneten  1936  45,6  Millionen  Stück  im  Betrage
von  61,7  Milliarden  RM.
Daneben  besteht  noch  an  einer  Anzahl  anderer  Orte  eine  „Kleine  Abrechnung ­
  der  Reichsbank".  Die  betr.  Reichsbankanstalt  erhält  Schecks  von
Banken  und  Sparkassen,  die  bei  ihr  ein  Girokonto  haben,  stellt  selbst  einen  Abrechnungsbogen ­
  her,  händigt  die  Papiere  an  die  Bezogenen  zu  treuen  Händen
aus  —  die  nicht  zurückgelieferten  Papiere  gelten  als  eingelöst  und  bezahlt  —
und  verrechnet  schließlich  die  Beträge:  Die  Reichsbank  schreibt  den  Einlieferern
die  eingereichten  Papiere,  abzüglich  der  Rücklieferungen,  gut  und  belastet  sie
den  bezogenen  Banken.  An  Orten,  an  denen  eine  Abrechnungsstelle  besteht,  bezieht ­
  sich  das  geschilderte  Platzeinziehungsverfahren  auf  solche
Firmen,  die  der  Abrechnung  nicht  angehören.
In  B  e  r  l  i  n  nimmt  die  Stelle  der  Kleinen  Reichsbankabrechnung  die  Scheckabrechnung ­
  der  Bank  des  Berliner  Kassenvereins  ein.  Zur  Zeit  nehmen
142  Mitglieder  an  ihr  teil.  Über  die  Einlieferung,  die  mit  zwei  summierten  Verzeichnisscn
  durch  Boten  erfolgt,  wird  quittiert.  Beamte  des  Kassenvereins  verteilen
  die  Schecks  auf  die  bezogenen  Kreditinstitute,  fertigen  für  jedes  dieser
Kreditinstitute  ein  Verzeichnis  an,  saldieren  Eingangs-  und  Ausgangsverzeichnis
und  erkennen  oder  belasten  das  Konto  des  betr.  Kunden  für  seinen  Saldo.  Die
Banken  usw.  lassen  die  auf  sie  ausgeschriebenen  Schecks  um  12  Uhr  abholen.
Reicht  ihr  Guthaben  beim  Kassenverein  nicht  aus,  so  müssen  sie  bis  13  Uhr
Deckung  schaffen.  In  dieser  Mittags-Scheckabrechnung  wurden  im  Jahre  1936
737  000  Schecks  im  Betrage  von  1,08  Milliarden  RM  verrechnet.
Nach  dem  Muster  des  Londoner  country-clearing  wurde  am  1.  Juni  1910
            
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