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Das würde ich auch getan haben, wenn ich die beschäftigten Arbeitskräfte
der alten und neuen Mittelstandsexistenzen miteinander hätte vergleichen wollen.
Der Warenhausangestellte bezahlt aber keine Arbeitskräfte im Betrieb, und wenn
Herr Staudinger durchaus die Arbeitskräfte miteinander verglichen haben will,
so brauchen wir die Warenhausinhaber nur selbst reden zu lassen, und wir werden
erfahren, daß sie immer hervorheben, daß durch den Warenhausbetrieb Arbeitskräfte
erspart werden und daher die Waren billiger seien. Die Preisermäßigung
geht also auf Kosten der Arbeitsgelegenheit. Deshalb kommen auf die fünf
Gesellen jedenfalls weniger Arbeitskräfte im Warenhaus, und der Klempnereibetrieb
ist für die Ernährung des Volkes anteilig wichtiger als das Warenhaus
§25.
Was nun so Komisches dabei sein soll, daß ich einerseits augenblicklich à"darZiel
vorhandene und den gewerblichen Mittelstand bedrückende Übel der gegenwärtigen hinausschießen.
Wirtschaftsordnung sehr beklage und zur Befreiung gerade die leidenden Volksschichten
aufrufe, ist erst recht nicht einzusehen. Mir scheint nichts natürlicher
als dies. Sie haben das größte Interesse an der Abstellung der Auswüchse,
aber es liegt gar keine Veranlassung vor, über die Beseitigung der Nöte hinauszugehen.
Das wäre ein Sprung ins Dunkle. Wozu die ganze Wirtschaftsordnung
ändern, wie es die sozialdemokratischen Freunde des Herrn Staudinger
wollen, und wie es ihm selbst nicht unerwünscht scheint? Schneiden wir denn,
wenn uns ein Hühnerauge schmerzt, den ganzen Zeh ab, oder gar das Bein?
Das würde bald ein tolles Gehumpel im neugeeinten Deutschen Reich werden!
Oder lassen wir uns bei eintretenden Zahnschmerzen eine Kugel in die Kinnlade
jagen nach Doktor Eisenbart?
So wollen wir auch nicht im Wirtschaftsleben gleich alles über den Haufen
werfen, wenn sich auch noch so große Schäden an einer Stelle zeigen. Wir
wollen die Schäden beseitigen. Das geht sehr gut, auch wenn es großkapitalistische
Wucherungen sind. Hat nicht das Börsentermingesetz der Landwirtschaft schon
ganz erhebliche Vorteile gebracht und den Markt von dem dort umgehenden
Papierweizen und anderen unnatürlichen Erzeugnissen der spekulierenden Börsenjobber
befreit? Auch ist das tuberkulöse und finnige Büchsenfleisch, welches
früher zum Wohle des internationalen Großkapitals so massenhaft eingeführt
wurde, durch das Fleischbeschaugesetz aus den Grenzen Deutschlands verschwunden.
Diese Gesetze stammen nicht aus Großmütterchens Handkorb, sondern sind aus
modernen Anschauungen heraus geboren und erweisen sich als nützlich. Nebenher
verachte ich die Anwendung des Genossenschaftsgedankens gar nicht. Das ist aber
nur ein Mittel neben anderen. In den Konsumvereinen lebt er jedoch nicht,
wie immer wieder hervorgehoben werden muß.