Full text: Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Preises nicht gebunden. In Amerika und Frankreich sind Gold 
ankaufspreise innerhalb bestimmter Spannen festgesetzt. 
Die Grundlage eines Währungssystems ist entweder Metall oder Papier. 
Bei der Metallwährung ist wieder zu unterscheiden zwischen Mono 
metallismus sd. h. nur einem Geldstoff ist Währungscharakter bei 
gelegt) und Bimetallismus sd. h. mehrere Geldstoffe — Gold und 
Silber — werden nebeneinander als Währungsgeld gebraucht). Ob die ein 
fache Währung oder die Doppelwährung, und ob bei Monometallismus das 
Gold oder das Silber den Vorzug verdiene, diese Fragen haben Anlaß zu 
einem derartig umfangreichen Schrifttum gegeben, daß allein die Nennung 
der Verfasser und Titel ihrer Schriften mehrere Bogen füllen würde *). 
In neuerer Zeit handelt es sich für den Staat weniger um die Wahl 
zwischen zwei Metallen als zwischen Metallgeld oder Papier- sZeichen») 
Geld. 
Die Gesunderhaltung der Währung ist eine der wichtigsten Aufgaben 
der Staatsführung. Eine wertbeständige Währung ist erforderlich, damit 
Staat und Gemeinden ihren Haushalt in Ordnung halten, ist notwendig, 
damit der einzelne Bürger mit seinen Einnahmen richtig disponieren, der 
Geschäftsmann richtig kalkulieren kann. Währungsschwierigkeiten sind ein 
Signal für Störungen des wirtschaftlichen Gleichgewichts. 
2. Edelmetallgewinnung — Wertverhaltnis zwischen Gold und Silber 
Eine metallistische Währung ist nur möglich beim Vorhandensein einer 
entsprechenden Menge dieser Edelmetalle im Lande. Jährlich werden 
große Mengen Edelmetalle neu gewonnen. Beeinflußt nun diese Produktion 
den Wert der Edelmetalle und damit den Geldwert? Seit ältesten Zeiten 
ist bei der Dauerhaftigkeit dieser Waren, insbesondere des Goldes, ein so 
großer Vorrat aufgespeichert, daß die neugewonnenen Mengen demgegen 
über nur unerheblich ins Gewicht fallen. Daher ist auch eine künstliche Auf- 
blähung des Geldumlaufs sJnflation) von der Goldseite her nicht zu be 
fürchten. 
Die reichsten Silberlager besaßen im Altertum die Mittelmeerländer, 
») Die hauptsächlichen Werke sind im Schrifttum am Schluß dieses Buches 
genannt.
	        
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