Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

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Hand in Hand mit dem Aufschwung des Unternehmens ging aber 
eine warme Anteilnahme an dem Wohlergehen der im Geschäft 
tätigen Mitarbeiter. Nicht nur, daß Angestellte und Arbeiterschaft die 
richtige Anerkennung ihrer Leistungen in auskömmlichem Verdienst 
fanden, gründete die Firma auch verschiedene segensreich wirkende 
Kassen für die Zeit der Not und des Alters. Und darüber hinaus hat sie 
manch einem treuen Mitarbeiter, nachdem er seine Arbeitskraft dem Ge 
schäfte gewidmet hatte, durch großzügige freiwillige Beihilfe einen sorgen 
freien Lebensabend ermöglicht. Daß auch die Hinterbliebenen verstor 
bener Geschäftsangehörigen sich der hochherzigen Fürsorge der Firma 
erfreuen konnten und erfreuen, möge bei diesem Anlaß auch einmal 
offen dankbare Anerkennung finden. 
All dies stille segensreiche Wirken unserer Firma ist um so höher an 
zuerkennen, wenn man bedenkt, daß das Unternehmen weitgehend nicht 
reinen Erwerbszwecken, sondern ideellen und kulturellen Interessen 
dient. Wer eine lange Zeit der Entwicklung der Firma miterlebt hat, 
weiß, in welch umfangreichem Maße jahrzehntelang gerade unsere 
Zeitungen — die im Dienste des öffentlichen Wohles stehen — ganz erheb 
liche Zubußen aus mühsam erworbenen Gewinnen anderer Abteilungen 
erforderten. 
Das wäre im gleichen Maße nicht vonnöten gewesen, wenn die 
Firma nicht selbst bei rein geschäftlichen Anlässen es immer als selbst 
verständliche Pflicht betrachtet hätte, auf jede Einnahme zu verzichten, 
durch welche irgendwie in der Oeffentlichkeit ein auch nur halbwegs 
berechtigter Anlaß zum Einspruch hätte gefunden werden können. Um 
nur eines aus meiner Abteilung — dem Anzeigenteil der Zeitungen — 
unzuführen, kann ich darauf hinweisen, daß — was selbst den Mitar 
beitern im eignen Hause nicht genau bekannt sein dürfte — die Kölnische 
Volkszeitung und der Kölner Local-Anzeiger in den letzten 18 Jahren 
für nicht weniger als über 200000 Mark erstmalige Anzeigen- 
Aufträge ablehnten,und zwar aus religiösen, sittlichen, ja selbst aus 
Gründen des guten Geschmacks und rein wirtschaftlichen Rücksichten 
au f den Leserkreis. Bedenkt man, daß die Besteller dieser Aufträge, 
Wäre die erstmalige Ablehnung nicht erfolgt, jahrelang Kundschaft ge 
worden wären, so erhöht sich die genannte Summe um ein Vielfaches an 
freiwillig abgelehnten Einnahmen aus ideellen Rücksichten. 
Von den kaufmännischen Mitarbeitern des Hauses ist mir nun der 
ehrenvolle Auftrag geworden, den Dank auszusprechen für die uns allen 
au s Anlaß des heutigen Jubiläums zuteil gewordene Zuweisung 
e ines vollen Monatsverdienstes. Diesen Dank soll ich vornehm- 
lich auch namens unserer im Dienste des Vaterlandes draußen vor dem 
Feinde stehenden Kollegen aussprechen. Diese alle wissen durch die treue 
Fürsorge der Firma ihre Lieben daheim vor banger Sorge um die Not 
durft des Lebens in dieser schweren Kriegszeit behütet.
	        
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