und muß in der Regel drei Bürgen stellen können, die wenigstens seit
4 Jahren der Vereinigung angehören und je bis zu 500 £ Bürgschaft
für ihn leisten, für den Fall, daß er innerhalb der nächsten 4 Jahre zah
lungsunfähig wird. Vor der Wahl muß ferner sein Name an der Börse
„aushängen", damit etwaige gegen die Wahl sprechende Gründe dem Komitee
mitgeteilt werden können. Die Zulassung gilt nur für ein Jahr.
Die Zahl der Mitglieder beträgt heute etwa 3000. Mehr als 5 Angestellte
(derks) darf ein Mitglied an der Börse nicht beschäftigen. Einer von ihnen ist
zum Abschluß von Geschäften ermächtigt, der authorised derk, 2 andere, die
„unauthorised derks", vermitteln nur Nachrichten von der Börse aus, und die
beiden „settling room derks" besorgen vom Liquidationszimmer aus die Ab
wicklung der Geschäfte. Firmen haben das Recht, 11 Angestellte mit zur Börse
zu bringen, darunter 2 antborised derks.
Offizielle Börsenzeit ist von 11 bis 15 Uhr; jedoch finden Umsätze
bis 16 Uhr noch in den Börsensälen und nachher noch von Büro zu Büro
statt. An den Sonnabenden ist die Börse geschlossen.
Die Organisation beruht auf einer Zweiteilung des Geschäfts. Die
Mitglieder der Londoner Börse haben sich zu entscheiden, ob sie als broker
oder als dealer (oder Jobber) tätig sein wollen. Kein broker darf gleich
zeitig Jobber sein. Da ein Mitglied der Börse kein anderes Gewerbe
treiben darf, sind, im Gegensatz zu den kontinentalen Börsen, Kaufleute,
insbesondere auch Bankiers und Bankdirektoren, vom Börsenbesuch aus
geschlossen. Deren Aufgabe übernehmen die brokers, die (als Kommissio
näre) die Aufträge sammeln und sie den dealera, die Angebot und Nach
frage auszugleichen suchen, übermitteln.
Der broker wendet sich, um die Aufträge auszuführen, an einen der
Jobbers des betreffenden Marktes — diese sondern sich, wie z. B. die
Kursmakler in Berlin, streng nach den verschiedenen Geschäftszweigen —
und ersucht ihn um Nennung des Kurses für das betreffende Papier-
Der Jobber, der nur für eigene Rechnung handelt, nennt zwei Kurse:
einen, zu dem er bereit ist, zu kaufen, und einen anderen, zu dem er Ab
geber ist. Sagen die Kurse dem broker nicht zu, so wendet er sich an
einen anderen Jobber. Infolge der Konkurrenz der Jobbers hält sich aber
der Unterschied zwischen dem Brief- und Geldkurs, die „turn of tbe
market", die eine Prämie für das Risiko ist, das der Jobber eingeht, im
allgemeinen in mäßigen Grenzen. Während der broker seine feste Kund
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