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anweisungen im Ausweis der Deutschen Reichsbank; ihre Höchstgrenze ist am
31. Dezember 1926 um 2 Milliarden kr. herabgesetzt worden.
4. Die Russische Staatsbank (Gos-Lank) *).
Die Russische Staatsbank (Banque d’Etat), später Volksbank ge
nannt, ist durch Gesetz vom 31. Mai 1860 von der russischen Regierung
aus Staatsmitteln mit einem Kapital von 25 MiNionen R. ins Leben
gerufen worden. Sie war also, im Gegensatz zu den anderen bisher er
wähnten Zentralnotenbanken, reines S t a a t s i n st i t u t. Das
Grundkapital war auf 50, der Reservefonds aus 5 Millionen R. ange
wachsen. Die Aufsicht über die Bank wurde vom Finanzminister
und vom Staatsrat ausgeübt. Die Leitung lag einem Direktionsrar,
einem Gouverneur und zwei Untergouverneuren ob. Im großen ganzen
war das Institut nur eine Abteilung des Finanzministeriums.
Nach den Statuten des Jahres 1894 hat die Staatsbank als Ziel: die
Erleichterung des Geldverkehrs, die Unterstützung des vaterländischen
Handels, der Industrie und der Landwirtschaft mittels kurzfristiger Kredit
gewährung, und außerdem noch die Sicherstellung und Befestigung der
russischen Währung. Sie hatte eine große Anzahl Zweigan st alten
im ganzen Lande, die 1. diskontieren — die Wechsel sausgenommen die
aus Warschaus dursten eine Verfallzeit bis zu 9 Monaten haben —,
2. lombardieren — ihr Lombardgeschäft spielte eine weit größere Rolle
als bei den anderen Zentralnoteninstituten —, 3. russische Anlagewerte
an- und verkaufen, und 4. die Finanzgeschäfte des Reiches besorgen.
Die Bank besaß allein das Recht, Noten auszugeben. Diese sollten
nach dem Ukas vom 29. August 1897 bis zur Höhe von 600 Millionen R.
st Literatur: R. Claus, Das russische Bankwesen. Leipzig 1908.
I. Lew in, Der heutige Zustand der Aktienhandelsbanken in Rußland (1900
bis 1910). Leipzig 1912. P. 931 i gut in, Unsere Bankpolitik 1729—1803.
Charkow 1904. Paul Steinberg, Die Russische Reichsbank seit der Wäh
rungsreform (1897—1910). Stuttgart 1914. Aufsätze in der „Unsskija Wjedo-
mosti" und in der „Ekonomischen Zeitung". Schriften des Oomissariat des
finances. Bureau pour le 6tudes financteres et economiques. Moskau 1925.
Feitelberg , Das Papiergeldwesen im Räterußland. Berlin 1920. B a n k -
p o st aus dem O st e n, herausgegeben von der Garantie- und Kreditbank für
den Osten, Berlin, von 1923 ab monatlich bis Juli 1925. Die Staatsbank
der Union der Soz. Sowjetrepubliken 1921—1926. Moskau 1927.