Full text : Kapitalismus und Sozialismus

]  14  II,  2.  Die  Arbeitslosigkeit
einerseits  sowie  die  vermehrte  Nachfrage  nach  Arbeit,  welche  die
Verbilligung  der  Produktion  durch  die  Maschine  regelmäßig  irgendwo ­
  hervorruft,  andererseits  auf  örtlich  und  beruflich  getrennten ­
  Arbeitsmärkten  sich  abspielen  und  ein  Ausgleich  zwischen  diesen
Arbeitsmärkten,  wenn  überhaupt,  erst  nach  längerer  Zeit  zu  erzielen ­
  ist.
Zum  Schluß  noch  einige  Worte  über  die  in  manchem  Betracht  wichtigste ­
  Ursache  der  zeitweisen  abnormen  Steigerung  der  Arbeitslosenziffer. ­
  Das  ist  das  periodische  Anschwellen  der  Arbeitslosenziffer,
das  im  Gefolge  der  allgemeinen  Schwankungen  der  industriellen
Konjunktur  auftritt  und  so  ziemlich  die  ganze  Industrie,  wenn  auch
in  den  einzelnen  Geilen  in  sehr  verschieden  starkem  Maße,  in
Mitleidenschaft  zieht.  Diese  Art  der  Arbeitslosigkeit,  die  Rrise  klar ­
  beitslosigkeit,  ist  es  ja,  die  der  modernen  kapitalistischen
Volkswirtschaft  vom  Sozialismus  in  ganz  besonderem  Maße  zum
Vorwurf  gemacht  wird.
Unser  Wirtschaftsleben  zeigt  in  seinem  Verlauf  einen  regelmäßigen ­
  Wechsel  zwischen  Aufschwungs-  und  Depresflonsperioden,  zwischen ­
  Zeiten  der  raschen  geschäftlichen  Ausdehnung  und  Zeiten,  in
denen  das  Wachstum  des  Wirtschaftslebens  stockt  oder  doch  wenigstens
viel  langsamer  wird.  Und  der  Umschlag  der  Aufschwungsperiode  in
die  Depressionszeit  ist  gewöhnlich  von  dem  Ausbruch  einer  mehr
oder  weniger  heftigen  Wirtschaftskrisis  begleitet,  die  sich  im  Zusammenbruch ­
  zahlreicher  Unternehmungen,  in  Geldklemmen,  Rreditverweigerungen
  und  anderen  auffallenden  Erscheinungen  äußert.  Vieser
eigentümliche  Rhythmus  der  industriellen  Entwicklung  der  modernen
Volkswirtschaft  wird  gern  mit  ihrem  kapitalistischen  Lharakter  in  Zusammenhang ­
  gebracht.  Und  hier  in  der  Tat  mit  Recht,  wenn  auch
der  Ausdruck  „kapitalistisch"  hierbei  in  ganz  anderem  Sinne  zu  verstehen ­
  ist  als  in  dem,  der  gewöhnlich  mit  dem  Ausdruck  kapitalistische ­
  Produktionsweise  verbunden  wird.  Der  für  das  moderne
Wirtschaftsleben  so  charakteristische  periodische  Wechsel  zwischen  Aufschwungs- ­
  und  Depressionszeiten  kann  nämlich  nicht  einfach  als  die
            
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