nahmslos, als ob für Morgan alles erledigt sei, daß
Perkins im ersten Augenblick nicht recht wußte, was
er sagen sollte. Morgan wandte sich wieder seinem
Schreibtisch zu und begann zu arbeiten — für ihn war
die Sache tatsächlich erledigt.
Als Dr. Rainsford, der langjährige Pfarrer der
St. Georgs-Kirche, deren Gemeindemitglied Morgan
war, ihn aufsuchte und ihm einen Plan vorlegte, in der
Pfarre eine groß angelegte Wohltätigkeitsarbeit zu
beginnen, hörte ihm Morgan schweigend zu, warf
kaum ein Wort dazwischen. Dann sagte er in seiner
kurzen, brüsken Weise: „Fangen Sie an, sehen Sie,
wie weit Sie mit Ihrem Geld kommen. Bringen Sie mir
jedes Halb- oder Vierteljahr eine Aufstellung, ich werde
für jedes Defizit aufkommen.”
Auf diese Weise begann eine der einflußreichsten
Pfarrorganisationen ein philanthropisches und erziehe-
risches Werk, das wohl in der ganzen Welt seines-
gleichen sucht
Derartige Schenkungen teilte Morgan in seiner
stets schnell entschlossenen und kurz angebundenen
Art dauernd aus. Er posierte niemals als Geber. Es
ist menschlich, sich viel mit dem dankbaren Emp-
fänger von Geschenken abzugeben, es ist menschlich,
sich selbst an seiner Großmut und Großzügigkeit zu
erbauen — jeder, der einem Bettler einmal 5 Pfennig
geschenkt hat, kennt wohl dieses Gefühl. Aber
Morgan ist in vielen derartigen Beziehungen zu
seinen Mitmenschen gänzlich unpersönlich geblieben.
Er scheint mehr Gefühl für seine Würde als für die
Anschauungen seiner Mitmenschen gehabt zu haben,
und hierin ging er, wie in vielen anderen Charakter-
1-4
Pas] x