Full text : Die südrussische Eisenindustrie

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Die  Entwicklung  bis  zum  Kriege.

Aber  trotz  der  Steigerung  konnte  die  Eisenindustrie  den  plötzlich
an  sie  herantretenden  Ansprüchen  nicht  genügen,  und  die  russische
Regierung  sah  sich  gezwungen,  einen  Teil  ihrer  Regierungsaufträge
an  das  Ausland  zu  vergeben.  Gegen  die  hierdurch  entstehende  Vergrößerung ­
  der  Einfuhr  und  Verschlechterung  der  russischen  Handelsbilanz ­
  nahm  das  russische  Handelsministerium  Ende  1913  Stellung
und  warf  der  Industrie  vor,  daß  sie  infolge  der  Syndizierung  der
Werke  nicht  mit  der  Entwicklung  des  kulturellen  Lebens  Schritt
halte.  Aber  wie  wenig  verlockend  die  Anlage  neuer  Werke  und
Investierung  weiterer  Kapitalien  zur  Vergrößerung  der  bestehenden
Anlagen  war,  geht  aus  den  nachfolgenden  Zahlen  der  Rentabilität
der  Werke  hervor:

Durchschnittliche  Dividende  der  Berg-  und  Hüttenwerke
Südrußlands:

1900
%

1901
%

1902
%

1903
%

1904
%

1905
%

1906
%

1907
%

1908
%

1909
%

1910
%

1911
%

Kohlen-  und
Anthrazit-Bergbau
  .

2,97

1,23

0,89

0,59

0,94

0,78

0,57

1,08

1,77

1,44

1,24

0,99

Eisenerz-Bergbau


1,92

1,28

1,49

0,96

0,36

5,04

'  \

2,22

2,55

10,52

6,06

15,10

Gemischte
Hüttenwerke

12,15

12,93

10,58

9,48

8,01

6,76

3,84

3,45

3,81

2,93

4,46

6,19

Weiterverarbeitungs- ­

  .

0,42

1,20

2,57

4,50

5,36

6,94

6,72

6,02

3,70

1,82

6,83

8,80

Und  trotz  dieser  verhältnismäßig  geringen  Verzinsung  des
Aktienkapitals  hatten  die  14  größten  gemischten  Hüttenwerke  Südrußlands ­
  vom  Jahre  1911  bis  1914  ihr  Aktienkapital  von  132  Millionen ­
  Rubel  auf  190  Millionen  Rubel  vermehrt,  d.  h.  um  44  °/ 0 .
""Der  Vorwurf  des  Handelsministers  war  unberechtigt.  Man  hatte
außer  acht  gelassen,  daß  zumal  in  Rußland  Neubauten  und  Inbetriebsetzungen ­
  erweiterter  Betriebe  lange.  Zeit  beanspruchen.  Das
Ergebnis  der  Erweiterungsanlagen,  die  ’in  den  Jahren  vor  dem
Kriege  vorgenommen  waren,  würde  erst  in  den  Jahren  1915  und
1916  zum  Ausdruck  gekommen  sein,  wenn  nicht  der  Krieg  alle  Verhältnisse ­
  von  Grund  aus  verändert  hätte.
Die  Lage  der  russischen  gemischten  Hüttenwerke  war  immer
eine  unsichere,  weil  der  Eisenbedarf  in-  großem  Maße  auf  schwankenden ­
  Regierungsbestellungen  basierte  und  die  Weiterverarbeitungsindustrie ­
  wie  auch  die  Maschinenindustrie  noch  wenig  entwickelt
waren.  Die  Errichtung  von  Maschinenfabriken  hatte  anfangs  der
            
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