Full text : Die südrussische Eisenindustrie

72  Technische  Ausrüstung  der  südrussischen  Hüttenwerke.

nötigt  die  Einrichtung  noch  35  Mann  pro  Hochofen  zur  Begichtung. ­

Zur  zweiten  Gruppe  gehören  die  Werke:  Südrussische  Röhrenwalzwerke ­
  Jekaterinoslaw,  Kramatorskaja,  Konstantinowka  und
Nikopol-Mariupol.  Sie  haben  Schrägaufzüge,  teilweise  Stähler,  teilweise ­
  Kennedy  eingebaut,  haben  aber  merkwürdigerweise  die  Ladung
der  Materialien  und  die  Heranführung  derselben  von  Hand  beibehalten. ­
  Die  Ersparung  an  Menschenkraft  ist  daher  denn  auch  gering. ­
  Auch  Jusowka  hat  einen  neuen  Ofen  System  Kennedy  in
dieser  Art  gebaut.
Zur  dritten  Gruppe  gehören  alle  anderen  Gesellschaften:  Dnjeprovienne,
  Droujkowka,  Jusowka  (für  5  Öfen),  Donez-Juriewka,
Taganrog,  Makiewka,  Providenoe,  Sulin,  Krivoi  Rog  und  Olchowaja.
Allen  diesen  Werken  der  zweiten  und  dritten  Gruppe  steht  die
Modernisierung  der  Anlagen  in  der  Zukunft  bevor.  Bei  der  Dnjeprovienne
  rechnet  man  zur  Begichtung  eines  jeden  Hochofens
60  Mann  pro  Schicht,  was  bei  Aohtstundenarbeit  für  die  6  Hochöfen ­
  des  Werkes  in  Kamenskoe  einen  Arbeiterbestand  von  1080  Mann
allein  für  die  Begichtung  der  Hochöfen  beträgt.  Bei  der,  Teuerung
der  Arbeitskräfte  in  Rußland  und  dem  Mangel  an  Industriearbeitern,
der  sieh  nach  einer  Agrarreform  in  Großrußland  noch  viel  stärker
fühlbar  machen  wird,  ist  die  Modernisierung  nicht  lange  aufzuschieben,
wenn  sie  auch  jetzt  im  Verhältnis  zu  dem  früheren  Kostenaufwand
ganz  riesige  Summen  beanspruchen  wird.
Es  mag  von  Interesse  sein  zu  erwähnen,  daß  kein  einziges  der
südrussisohen  Hochofenwerke  mit  Bunkern  arbeitete.  Eine  Anlage
von  Erzbunkern  ist  auf  der  „Providenoe“  gebaut,  aber  sie  ist  alt
und  hat  sich  nicht  bewährt,  sodaß  die  Vorraträume  zur  automatischen ­
  Ladung  nicht  benutzt  werden.  Gegen  die  Anwendung  von
Bunkern  ist  der  strenge  Winter  in  Rußland  eingeworfen  worden,
aber  der  Winter  dauert  nur  3  Monate,  während  gerade  der  Arbeitermangel ­
  im  Sommer  und  Herbst  besteht.
Bessemerwerke  haben  die  Gesellschaften:  Dnjeprovienne,
Briansk,  Russo-Belge  und  Droujkowka.  Ihre  Daseinsbedingungen
werden  immer  schwieriger,  weil  die  Krivoi  Roger  Erze,  die  einen
entsprechend  niedrigen  Phosphorgehalt  von  nicht  mehr  als  0,04°/ 0
Phosphor  haben,  immer  seltener  werden.  Der  Anteil  der  Bessemerstahlwerke ­
  an  der  Stahlerzeugung  Südrußlands  betrug  im  Jahre  1913
nur  22  °/ 0 ,  im  Jahre  1915  war  er  weiter  auf  17  °/ 0  gesunken.
Thomasstahlwerke  haben  die  Gesellschaften;  Taganrog  in
Taganrog  und  Kertsch,  und  Providenoe  in  Mariupol.  Das  Thomasstahlwerk ­
  in  Kertsch  kam  erst  im  Jahre  1914  in  Betrieb.  Der  An ­
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.