Full text: Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland

Wladikawkas durchgeführt wurde, auf die Ziele Rußlands \n*j^rmenien 
hin 1 ). 14 Jahre nach der Beendigung des Krimkrieges man. 
endlich einen pontischen Hafen mit der Bahn erreichen. Erst 18J-5, ; .wni:q& 
die von einer neugebildeten Gesellschaft gebaute Linie Losowaja— 
Sewastopol fertiggestellt. Das Ziel von 1857, das Zustandekommen 
einer einheitlich durchgeführten und verwalteten Linie Moskau-Sewasto 
pol, war also nicht gelungen. Drei Gesellschaften teilten sich in den 
Betrieb der Linie. Auch die dritte der dem Pontus zustrebenden Linien 
kam in diesen Jahren zur Vollendung. Ursprünglich war freilich die 
Trasse anders gedacht. Von Odessa aus wurde im Jahre 1865 durch 
die Odessaer Bahngesellschaft die erste Eisenbahn über Rasdjelnaja, 
das von jeher als Teilungspunkt für die südbeßarabischen Linien ins 
Auge gefaßt war, bis Birsula—Balta eröffnet und 1868 bis Jelissawetgrad 
fortgeführt. Noch 1870 wurde die Strecke Jelissawetgrad—Snamenka— 
Poltawa beendet und 1871 folgte die Einleitung in die Süd bahn in Char 
kow. Noch während des von der Charkow-Nikolajewer Gesellschaft 
unternommenen Baues der Linie Jelissawetgrad—Charkow, die eine 
größere Bedeutung nicht erhalten sollte, wurde eine neue nördliche 
Parallellinie beschlossen, die in Kursk von der großen Südbahnlinie 
abzweigt und bis zum Dnjepr im September 1869 fertiggestellt wurde, 
während die Leitung über den Fluß nach Kiew, womit auch endlich 
dfese große Stadt eine Bahn erhielt, Anfang 1870 vollendet wurde. 
Die Linie Kursk—Kiew, die von der gleichnamigen Gesellschaft ge 
schaffen wurde, ist die Stammlinie der Moskau-Kiew-Woronesh-Bahn. 
Gleichzeitig wurde die Weiterführung der Linie über Fastow, Kasatin, 
Shmerinka nach Birsula in die alte Odessaer Linie von der Kiew-Brester 
und der Kiew-Baltaer Gesellschaft bewirkt. Für den pontischen Ver 
kehr wurde diese Linie wichtiger als die Bahn über Jelissawetgrad. Die 
Odessaer Gesellschaft begnügte sich wie die Kiew-Brester Gesellschaft 
nicht, wie so häufig, mit einer einzigen Bahnlinie. Sie baute vielmehr 
auch die beßarabische Trasse Rasdjelnaja—Bender—Kischinew (1871) — 
Ungeni (1875), während die in Bender nach Reni abzweigende, vom Staat 
gebaute und von der Bender-Galatzer Gesellschaft betriebene Bahn 
erst später in ihren Besitz überging. Die Fastower Bahngesellschaft 
verband 1876 die Parallellinie Kiew—Shmerinka und Charkow—Birsula 
durch die Querlinie Fastow—Snamenka, nachdem bereits 1873 die 
Charkow-Nikolajewer Gesellschaft die wichtige Schwarzmeerlinie Sna 
menka—Nikolajew eröffnet hatte. Man konnte somit auch von Kiew 
den Kriegshafen Nikolajew mit der Bahn erreichen. Von hervor 
ragender Bedeutung aber wurde es, daß. die dieserhalb gegründete Kiew- 
Brester Bahngesellschaft auch die Verbindung des Süd Westens mit dem 
*) Die Strecke Kursk—Charkow wurde im Sommer 1869, die Reststrecke 
Charkow—Losowaja—Taganrog—Rostow Anfang 1870 eröffnet.
	        
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