Vor w o l* t.
In großen Zügen war die vorliegende' Arbeit beim Kriegsausbruch
1914 vollendet. Da der Verfasser seit der Mobilmachung im Felde steht,
so zog sich die Fertigstellung für den Druck unter Schwierigkeiten hin.
DerVerfasser ist sich bewußt, infolgedessen manches nicht in der Form
bieten zu können, wie sie unter anderen Verhältnissen möglich gewesen
wäre. Die kriegerischen Vorgänge zwangen zur Umänderung und Er
gänzung verschiedener Abschnitte. Namentlich das dritte und vierte
Kapitel weichen in ihrer jetzigen Gestalt von der ursprünglich geplanten
Abfassung stark ab. Aber auch sonst weisen die einzelnen Abschnitte
manche Änderung auf. Einiges aus dem dritten Kapitel dürfte insofern
überholt sein, als die russische Eisenbahnpolitik bereits während des
Krieges andere Wege betreten hat, als sie beim Anhalten des Friedens
gegangen wäre. Aber auch die Aufgaben, die sich die Regierung nach
dem Kriege stellen wird, werden in vielem andere sein wie die der letzten
Friedens] ahre. Während des Krieges in Angriff genommene oder be
schlossene wichtigere Bahnprojekte wurden namentlich in diesem Kapitel
berücksichtigt. Das Augenmerk war darauf gerichtet, die Ergänzungen
bis zum Herbst (Oktober—November) 1915 fortzuführen.
Die statistischen Mitteilungen und Ergebnisse beziehen sich im
wesentlichen auf das letzte Friedens]'ahr. Für die Erlangung Verkehrs -
geographischen Materials lag das amtliche russische Reichskursbuch
des Sommers 1913 zugrunde, aushilfsweise wurde auch das Winter
kursbuch 1913/14 zu Rate gezogen. Nachträglich sind auf Karte 2
auch in den Jahren 1914 und 1915 als vollendet bekannt gewordene wich
tigere Bahnbauten eingezeichnet worden. In der Frage der Fertigstellung
der Murmanbahn war natürlich äußerste Vorsicht geboten. Die russische
Regierung hat ja auch tatsächlich hinterher öffentlich erklärt, daß die
Murmanbahn im Jahre 1915 nicht vollendet worden ist.
In der Gouvernementsstatistik wurde die infolge der antipolnischen
Politik der Reichsregierung hervorgerufene Verwaltungsänderung, die
Auflösung des Gouvernements Sjedlez und die Neubildung des Gouverne
ments Cholm, das der Zentral Verwaltung des polnischen Generalgouverne