Full text : Oekonomik der Transformationsperiode

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Sphären  der  „konkreten"  Arbeit  und  in  erster  Linie  in  Industrie
und  Landwirtschaft.  Das  wachsende  Mißverhältnis  zwischen
diesen  Zweigen  des  Wirtschaftssystems  ist  auch  schon  vor  dem
Kriege  zum  Vorschein  gekommen;  die  imperialistische  Suche
nach  einer  „wirtschaftlichen  Ergänzung“,  d,  h.  nach  einer  Agrarbasis ­
  für  die  Industrieländer,  bildet  eigentlich  einen  Ausfluß
jenes  Gegensatzes  zwischen  „Stadt”  und  „Land“,  von  dem  Marx
sprach,  aber  schon  im  Weltmaßstab.*)  Das  Problem  der  Rohstoffe
—  das  Grundproblem  der  Gegenwart  —  und  das  Problem  der
Versorgung  sind  die  aktuellsten  Probleme.  All  das  zwingt  uns,
die  Frage:  Stadt  und  Land  als  eine  Frage  aufzufassen,  die  einer
besonderen  Untersuchung  bedarf.
Vor  allem  müssen  wir  verfolgen,  auf  welche  Art  und  Weise
der  Prozeß  der  erweiterten  negativen  Reproduktion  sich  in  der
Landwirtschaft  geäußert  hat.
Betrachten  wir  zuerst  den  Prozeß  isoliert.  Es  versteht  sich
von  selbst,  daß  hier  eigentlich  dieselben  Erscheinungen  wahrgenommen ­
  werden  wie  auch  in  der  Industrie.  Der  Krieg  entzieht ­
  eine  gewaltige  Menge  von  Produktivkräften:  er  gruppiert
die  Arbeitskräfte  neu  und  lenkt  sie  von  der  produktiven  Arbeit
ab;  er  beraubt  die  Landwirtschaft  des  Inventars,  der  tierischen
Arbeitskraft,  vermindert  die  Viehbestände,  setzt  die  Menge  der
Dungmittel  herab;  er  verringert  die  Aussaatfläche;  indem  er  ihr
die  Arbeitskraft  entzieht,  die  in  der  Landwirtschaft  eine  relativ
*)  Daraus  folgt  keineswegs,  wie  Kautsky  glaubt  (s.  seine  Artikel  über
Imperialismus  in  der  „Neuen  Zeit“),  daß  die  Wurzeln  des  Imperialismus
ausschließlich  in  dieser  Sphäre  liegen.  Vom  Standpunkt  der  Reproduktionsbedingungen ­
  ist  wichtig  die  Veränderung  in  allen  drei  Teilen  der  Formel
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Dem  ersten  Teil  der  Formel  entsprechen  die  „Rohstoffmärkte"  und  die
Märkte  der  „billigen  Arbeitskraft",  dem  zweiten  die  Anlagesphären  des
Kapitals,  schließlich  dem  dritten  die  Absatzmärkte.  Die  Veränderung  findet
in  diesen  drei  Gebieten  statt  und  dementsprechend  vollzieht"  sich  der  Kampf
der  imperialistischen  Körper  in  ■  drei  Linien.

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