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größere Rolle spielt als in der Industrie (denn die organische
Zusammensetzung des Kapitals steht hier tiefer), verengt er die
Öasis der Produktion und Reproduktion, Die Verengung der
Produktionsbasis findet ihren Ausdruck im Rückgang der er
zeugten Produkte. Das ist das allgemeine Bild.
Aber der Prozeß der landwirtschaftlichen Reproduktion ist,
real betrachtet, kein einzelner und isolierter Reproduktionsprozeß,
Er ist ein Teil des allgemeinen Prozesses, der einen „Stoff
wechsel“ zwischen Stadt und Land voraussetzt. Insofern hier
also von der Reproduktion der Produktionsmittel die Rede ist,
hängt die landwirtschaftliche Produktion von den Bedingungen
der Reproduktion in der Industrie ab (Maschinen, Arbeits
werkzeug, künstliche Düngung, elektrische Energie usw.). Die
erweiterte negative Reproduktion in der Industrie verschärft den
analogen Prozeß in der Landwirtschaft. Und umgekehrt ver
schärft die herabgesetzte Menge der Verbrauchsmittel, die doch
Elemente der Reproduktion der Arbeitskraft bilden, ihrerseits den
Prozeß der erweiterten negativen Reproduktion in der Industrie,
Als einheitlicher Prozeß drückt sich die erweiterte negative Re
produktion aus in der abnehmenden Menge der erzeugten Pro
dukte (sämtlicher Produktionsmittel und Verbrauchsmittel).
Die Verringerung der Produktionsbasis drückt sich para
doxaler Weise in einem Steigen der „Geldrentabilität“ der Land
wirtschaft aus,*)
*) EmÜ Lederer („Die ökonomische Umschichtung im Kriege", Archiv
für Sozialwissenschaft und Politik, Krieg und Wirtschaft, Heft 7, 1918, S. 34)
führt folgende Tabelle an, die die „Verschiebung in der Rentabilität" illu
striert.
Brutto-
Rein-
Einnahmen
Kosten
gewinn
Vor dem Kriege . ,
. ... 100
75
25
Jetziges Minimum
. ... 200
95
105
Wahrscheinlicher Durchschnitt . 250
95
155
Maximum ....
. . . . 300
95
205
„Durch die weitaus höheren im Schleichhandel erzielten Preise müßten
. . . noch höhere Erträge gezeitigt werden." Da der Unterschied zwischen