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Das Steigen der Preise für landwirtschaftliche Produkte zieht
jedoch eine ebensolche (in der Regel sogar noch größere) Preis
steigerung für Industrieprodukte nach sich. Dennoch befreite sich
die Landwirtschaft im Kriege rasch von den Verschuldungen,
akkumulierte Kapital in Geldform und häufte Produktenvor-
räte an. Wie Prof. Lederer ganz richtig bemerkt, findet dieser
Widerspruch seine Erklärung darin, daß die kolossal gestiegenen
Preise für Industrieprodukte die Funktion einer solchen Verrin
gerung ihrer realen Menge waren, daß die Landwirtschaft sie
überhaupt nicht auftreiben konnte. Daraus folgt, daß die Produk
tionsbasis der Landwirtschaft sich besser erhalten hat als die
Produktionsbasis der Industrie, daß die Landwirtschaft trotz des
Prozesses der erweiterten negativen Reproduktion real über ver
hältnismäßig viel größere Produktenmengen verfügt als die
Industrie, Das ist ein ziemlich wesentlicher Unterschied, der sich
auch in der Periode des Zerfalls des kapitalistischen Systems
äußern muß.
Der wesentlichste Unterschied ist jedoch die ökonomische
Struktur dieses wichtigsten Zweiges der Produktion, Eine Eigen
tümlichkeit dieser Struktur ist die außerordentliche Buntscheckig-
keit der wirtschaftlichen Typen, die den relativ schwachen Grad
der Vergesellschaftung der Arbeit widerspiegelt und ausdrückt,
tm großen und ganzen können wir hier diese Kategorien aus
sondern: die großkapitalistische Wirtschaft, die auf Lohnarbeit
beruht; die kapitalistische Bauernwirtschaft („Kulak",*) „Groß
bauer“), die ebenso Lohnarbeit verwendet und auf ihr beruht; die
„werktätige" Bauernwirtschaft, die keine Lohnarbeit ausbeutet;
endlich die Parzellenwirtschaft der Halbproletarier. Die ver-
den Preisen im „freien“ Handel und den Höchstpreisen wächst, so ist die
wirkliche „Verschiebung" natürlich viel größer,
") Wörtlich: „Die Faust“, volkstümlicher Ausdruck für den Dorf
wucherer. Anmerkung der Uebersetzerin.