Full text: Oekonomik der Transformationsperiode

bliebenen Hilfsquellen und b) mit Hille des staatlich-proleta 
rischen Zwanges. Dieser staatliche Zwang (Requisition der Ge 
treideüberschüsse, Naturalsteuer oder irgendwelche andere For 
men) ist wirtschaftlich begründet: erstens direkt, insofern das 
Bauerntum selbst an der Entwicklung der Industrie interessiert 
ist, die ihm landwirtschaftliche Maschinen, Geräte, künstlichen 
Dung, elektrische Energie usw. liefert; zweitens indirekt, insofern 
die Staatsgewalt des Proletariats das beste Mittel des 
Schutzes darstellt gegen die Wiederherstellung des wirtschaft 
lichen Druckes des Großgrundbesitzers, des Wucherers, des 
Bankiers, des kapitalistischen Staates usw. Folglich ist hier der 
staatliche Zwang nicht die „reine Gewaltanwendung" ä la Düh- 
ring und bildet insofern einen Faktor, der auf der Hauptlinie 
der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung fortschreitet.*) Insofern 
das Industrieproletariat sich auf die formal vergesellschaftete 
(vom Proletariat verstaatlichte) Großwirtschaft stützt, organisiert 
es unmittelbar den Produktionsprozeß. Der Mangel an landwirt 
schaftlichem Inventar kann auch einen Teil der Landwirte be 
wegen, sich zusammenzuschließen (landwirtschaftliche Kom 
munen, Genossenschaften). Aber für die Hauptmasse der 
Kleinproduzenten wird ihr Hineinziehen in den Organisations 
prozeß möglich hauptsächlich durch die Zirkulationssphäre, also 
formal auf demselben Wege wie im System des Staatskapitalis- 
’) Dies begreift der „Soziologe" Kautsky absolut nicht. Im Vorwort 
zu seiner von uns bereits zitierten Schrift „Sozialisierung der Landwirt 
schaft" greift er die Bolschewiki an, weil sie das Bauerntum nicht schalten 
und walten ließen (S. 10), und zeigt hier seine völlige Unbildung (denn er 
kennt nicht einmal die Sowjetwirtschaften). Aber eine Seite weiter (S. 11) 
zieht er gegen sic deshalb her, weil sie das Bauerntum „unterdrücken" und 
ihm die Ueberschüsse für die Bedürfnisse der Städte und der Armee fort 
nehmen. Der „kluge" Kautsky begreift nicht einmal die Bedeutung des 
Krieges gegen Denikin, versteht nicht das, was der ungebildetste Bauer 
versteht. Die bloße Wut gegen die Partei des revolutionären Kommunismus 
diktiert ihm Gedanken, die eines Quartaners aus „guter Familie würdig
	        
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