Full text : Oekonomik der Transformationsperiode

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noch  keine  administrative  Erfahrung,  aber  auf  ihren  Schultern
lastet  alles.  Bei  dieser  Sachlage  verwaltet  die  Vorhut  des  Proletariats, ­
  indem  sie  lernt,  und  lernt,  indem  sie  verwaltet.  Einen
anderen  Ausweg  gibt  es  auf  der  ersten  Stufe  des  Aufbaus  des
Sozialismus  nicht.  Aber  zur  Erfüllung  dieser  Aufgaben  ist  gerade ­
  die  Form  eines  breit  durchgeführten  Systems  der  Kameradschaftlichkeit ­
  brauchbar.  Dies  ist  nicht  so  sehr  eine  Art  Verwaltung, ­
  als  vielmehr  eine  Schule  der  Verwaltung.  Es  ist  jedoch
evident,  daß  man  aus  der  Not  keine  Tugend  machen  darf.  In
den  weiteren  Phasen  der  Entwicklung,  insofern  die  Positionen
der  Arbeiterklasse  als  herrschende  Klasse  sich  gefestigt  haben,
und  insofern  eine  feste  Grundlage  einer  kompetenten  Verwaltung ­
  der  Industrie  entstanden  ist,  deren  Basis  schon  eine  Schicht
ausgesonderter  Arbeiteradministratoren  ist;  insofern  andererseits ­
  die  technische  Intelligenz  wie  der  verlorene  Sohn  in  den
Produktionsprozeß  zurückkehrt,  —  insofern  trennt  sich  die
Funktion  der  Verwaltung  von  der  Funktion  der  Schulung  für
diese  Verwaltung,  Das  Erlernen  der  Verwaltung  wird  nicht
mehr  erkauft  um  den  Preis  beständiger  Fehler  in  der  Verwaltung ­
  selbst.  Immer  breitere  Massen  werden  interessiert  und
erlernen  die  Industrievcrwaltung  in  besonderen  Aemtern  und
eignen  sich  die  speziellen  Methoden  und  Praktiken  viel  systematischer ­
  an,  als  dies  in  der  vorhergehenden  Phase  möglich
gewesen  war.*)
')  In  Rußland  hat  diesen  Gedanken  zuerst  Genosse  Trotzki  hervorgehoben. ­
  Gut  formuliert  wird  er  vom  Ing.  Hermann  Beck;  „Eine  vielköpfige ­
  Versammlung  kann  nicht  Entscheidungen  fällen,  am  wenigsten  im
Wirtschaftsleben  mit  seinen  komplizierten  Zusammenhängen  und  der
Folgenschwere  jedes  Beschlusses.  Zunächst  muß  einmal  ausgesprochen
werden,  daß  es  nicht  Aufgabe  der  Betriebsräte  ist,  in  den  Gang  der  technischen ­
  und  wirtschaftlichen  Betriebsverwaltung  laufend  hineinzureden,  so
wenig  wie  ein  Parlament  in  die  laufenden  Geschäfte  der  Staatsverwaltung
sich  hineinmischen  kann.  Die  Verwaltung  eines  Unternehmens  kann  auch
absolut  nicht  von  Ausschüssen  und  Räten  geführt  werden,  sie  muß  von  verantwortlichen, ­
  fachmännisch  geschulten  und  selständig  handelnden  Einzel-
            
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