Full text : Oekonomik der Transformationsperiode

Störung;  dabei  hält  Marx  es  für  notwendig,  das  Gesetz  dieser  Bewegung ­
  aufzufinden  und  zu  begreifen,  nicht  nur  wodurch  das
Gleichgewicht  gestört,  sondern  auch  wodurch  es  wiedcrhergestellt
wird.  Die  Krise  geht  nicht  über  die  Grenzen  der  Schwankung
des  Systems  hinaus.  Am  Ende  der  Betrachtung  sehen  wir
dieses  System  sich  bewegen,  schwanken;  aber  durch  alle  Bewegungen ­
  und  Schwankungen  des  Gleichgewichtes  hindurch  wird
es  immer  wieder  und  wieder  neu  hergestellt.  Das  Wertgesetz
ist  das  Gleichgewichtsgesetz  des  einfachen  Warensystems  der
Produktion.  Das  Gesetz  der  Produktionspreise  ist  das  Gleichgewichtsgesetz ­
  des  modifizierten  Warensystems,  des  kapitalistischen ­
  Systems,  Das  Gesetz  der  Marktpreise  ist  das  Gesetz
der  Schwankungen  dieses  Systems,  Das  Gesetz  der  Konkurrenz
ist  das  Gesetz  der  beständigen  Wiederherstellung  des  gestörten
Gleichgewichts.  Das  Gesetz  der  Krisen  ist  das  Gesetz  der  notwendigen ­
  periodischen  Gleichgewichtsstörung  des  Systems  und
seiner  Wiederherstellung,
Marx  stellte  stets  die  Frage  so;  das  Gleichgewicht  ist  gegeben, ­
  —  wie  ist  cs  möglich?  Das  Gleichgewicht  ist  gestört  —  wie
wird  es  wieder  hergestellt?  Das  ist  eben  das  Postulat  des  Gleichgewichtes, ­
  ist  die  Betrachtung  des  ganzen  Systems  in  jenem
typischen  Fall,  wo  die  Frage  nach  der  Möglichkeit  der  Nicht-,
Wiederherstellung  des  Gleichgewichtes  und  der  Möglichkeit  eines
Unterganges  des  Systems  nicht  gestellt  wird.*)
*)  Wir  verweisen  auf  folgende  höchst  interessante  Stelle  im  „Kapital
(Volksausgabe.  Band  I.  S.  301—302);  „Was  aber  stellt  den  Zusammenhang
her  zwischen  den  unabhängigen  Arbeiten  von  Viehzüchter,  Gerber,
Schuster?  Das  Dasein  ihrer  respektiven  Produkte  als  Waren.  Erst  das
gemeinsame  Produkt  der  Teilarbeiter  verwandelt  sich  in  Ware,  Die
gesellschaftliche  Teilung  der  Arbeit  (unterstellt)  Zersplitterung  der  Produktionsmittel ­
  unter  viele  voneinander  unabhängige  Warenproduzenten.
Während  in  der  Manufaktur  das  eherne  Gesetz  der  Verhältniszahl  oder
Proportionalität  bestimmte  Arbeitermassen  bestimmten  Funktionen  unterwirft, ­
  treiben  Zufall  und  Willkür  ihr  buntes  Spiel  in  der  Verteilung  der
Warenproduzenten  und  ihrer  Produktionsmittel  unter  die  verschiedenen

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