Vorbemerkungen.
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. 6. Bon den hafjiven und aktiven Gejamtjgukdverhältniffen find zu unterfcheiden die
eutiGrechtligen Gejamthandforderungen und Gefanthandjehnlden, Die SS 420—432 finden
Nerauf feine Anwendung. €E8s Handelt fi hier um koNektive Einheit im Sinne von I, a, fj
Ye SGejamthandforderung bildet den Teil eineS gemeinfdhaftliden Vermögens, über den der
Anzelne Gefjamthänder al3 joldjer nicht verfügen kann, fofern er nit zur Vertretung der
‚Bejamten Hand“ ermächtigt it. SGefanthandjhulden find Schulden, für welche die Gefamtz
Di nur al3 Subjekte diefeS gemeinjdhaftliden Bermögen3 und nur mit ihm BHaften; bet
in Sejenjhaft des 8& 705, der Gütergemeinfchaft und der Erbengemeinfchaft find aber au
'eenigen Schulden, für welde jämtlide Gefanthänder mit ihrem befonderen Vermögen Haften,
gleich Gefamthandihulden und in das gemeinfchaftlıge Bermögen vollftreddar. — Aus
Yejer Gemeinjchattlichteit des Verfügungsrecdht8 folgt grundjäglid Notwendigkeit der Streit:
3eENOffen {Haft für alle Attiv= und Pafftoprozeffe. Vgl. Sur, Die Notwendigkeit der Streits
3ENoffenfchaft, München 1906 S. 36 ff, 49 ff.
AB Sondervermögen, bei denen die zugehörigen Forderungen und Schulden Gejantz
Mandforderungen und GefamthHand[Hulden bilden, fommen in Betracht:
a) nach dem BSB.: das Gejellihaft8vermügen (SS 718 ff), das Vermögen des
nichtrecht8fähigen BereinZ (8 54), da3z SGemeinfchaftsvermögen (88 741 {f.), der
ungeteilte Nachlaß (SS 2082 {f., 2040 Abi. 1), das Gejamtgut bei den ehelichen
Bütergemeinjchaften (SS 1438, 1442, 1519, 1549), bei der fortgefegten ®iiter=
gemeinf{cdhaft (8S 1485, 1487);
3) nach HSGB,: das Vermögen der offenen Handel8gejelfchaft und der Kommanbdit-
gejelljhaft (88 124 ff, 161 Abi. 2, 170), der Kommanditgefellihaft auf Aktien,
da8 Keedereivermügen. Die Schuldverhältniffe bei folden Sondermügen und
Bejamthänderichaften unterliegen zunäcft den an den einjhlägigen Stellen des
863. und HGB. für fie gegebenen befonderen Regeln,
x) Was die Gefamthandforderungen betrifft, {o find diefe grundfjäglich,
mie bie übrigen Beftandteile des Sondermögenz der Berfügung des
zinzelnen Gejamthänder3 entzogen, Abtretung, Verpfändung, Künz
digung, Geltendmachung durch Klage, Mahnung {ft nur dur alle
sufammen, d. 5. mit gefamter Qand möglich, foweit nicht die befondere
Regelung einem einzelnen Mitgliede eine BVertretungsmacht gewährt
4. DB. 88 1443 ff., 1487 Abi. 1). Gegen eine Forderung der gejamten
Hand kann nicht mit einer Forderung gegen den einzelnen Gefjamt-
jänbder aufgerednet werden (88 719 Abi. 2, 1142 Ubj. 2, 2040 Ubf. 2).
WaZ die GefjamthHandjhulden betrifft, fo Haftet für diefe nur
5a8 Sondervermögen. Daher kann der Gläubiger dieje nur bon allen
jujammen fordern, in Anfjehung derfelben nur alle zujammen mahnen,
zur allen zujammen fündigen, nur gegen alle zujammen Magen. Wegen
der Zwang3vollfitredung vgl. ZPO. SS 736, 747.
Daneben aber Können die an der gejamten Hand Beteiligten au
?eriönlig verpflichtet jein und zwar [omwohl als Gefjamt{dHuldner (BSG.
® 427, 431, 1459 bf. 2, 2050, HSV. 8 128) al3 aug unter Umftänden al8 Teilz
‘Buldner (88 427, 2060)
Bal. Ennecceru8, Lehrb. 4./5. Aufl. I, 2 5 312 S. 233 ff.
7. Unbolfommene (unedzte) Gefamtfchuldverhältniffe *): Man verfteht darunter Fäle,
N denen eine Verpflichtung mehrerer auf denjelben Leiftungsinhalt aus verfchtiedenen,
Janz unabhängig vboneinander entijtandenen Schuldverhältniffen be
3}
x. *) Qiteratur: Eifjele, Archiv f. d. zivililt. Praxis Bd. 77 S. 478 ff.; Yhering,
Sohrb. f. Dogmatit Bb. 2 S. 186; Hartmann, Arch. f. d. zivilift. Praxis Bd. 73 S. 397;
5dollmeyer Bem. 2 zu S 426; Ennecceru8, Lehrb. 4/5. Aufl. S, 239 f. (Mr. 3);
ttmann S 420 Bem. 5, c.