Full text : Oekonomik der Transformationsperiode

die  krasseste  Spaltung  der  kapitalistischen  Welt  ausdrückt,  beginnt, ­
  nach  Eintritt  eines  gewissen  Gleichgewichtes,  die  Menschheit ­
  wieder  zu  sammeln.  Die  frühere  Bourgeoisie,  die  nun  besiegt,
geschlagen,  niedergehalten  und  verelendet  ist,  lernt  körperlich
arbeiten,  verändert  sich  geistig  und  wird  neu  erzogen.  Ein
Teil  der  Bourgeoisie  geht  im  Bürgerkrieg  zugrunde,  aber  derjenige ­
  Teil,  der  am  Leben  geblieben  ist,  stellt  bereits  eine  andere
soziale  Kategorie  dar.  Ebenso  die  Intellektuellen.  Das  Bauerntum, ­
  das  im  allgemeinen  Strom  mehr  Stand  hält  als  die  anderen,
wird  dennoch  in  das  allgemeine  Fahrwasser  hineingezogen  und
erfährt  langsam,  aber  sicher  eine  Wandlung.  Das  Proletariat
selbst  ändert  ebenso  seine  „eigene  Natur“.  Auf  diese  Weise  werden ­
  die  spezifischen  Klassenmerkmale  verwischt,  die  Klassen  beginnen, ­
  als  Klassen  zu  zerfallen  und  dem  Proletariat  gleich  zu
werden.  Es  tritt  eine  Periode  der  Klassendeformation  ein.  Der
Hebel  dieser  Deformation  ist  die  proletarische  Diktatur.  Als  konzentrierte ­
  Gewaltanwendung  hebt  die  Diktatur  letzten  Endes
jedwede  Gewalt  überhaupt  auf.  Als  höchster  Ausdruck  der
Klasse  hebt  sie  alle  Klassen  auf.  Als  Regime  der  Klasse,  die  sich
als  Staatsmacht  organisiert  hat,  bereitet  sie  den  Untergang  jedes
Staates  vor.  Indem  sie  den  Kampf  um  ihre  Existenz  führt,  vernichtet ­
  sie  ihre  eigene  Existenz.  In  der  klassenlosen,  staatenlosen, ­
  kommunistischen  Gesellschaft,  wo  an  Stelle  der  Disziplin
von  außen  die  einfache  Arbeitslust  des  normalen  gesellschaftlichen ­
  Menschen  getreten  sein  wird,  werden  die  äußeren  Normen
des  menschlichen  Verhaltens  jeden  Sinn  verlieren.  Der  Zwang
wird,  in  welcher  Form  auch,  ein  für  allemal  verschwinden.
            
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