Full text : Oekonomik der Transformationsperiode

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die  industriellen  Marktgebiete  gemeinsam.  So  entsteht  ein  Kampf
national-zusammengeschlossener  Wirtschaftsmassen  mit  immer
stärkerer  politischer  Betonung,  der  zuletzt  in  einem  politischen
Riesenkampf  der  um  die  industriellen  Absatzgebiete  ringenden
Völker  gipfelt."*)  Die  Bewältigung  dieser  Aufgabe  überstieg  die
Kraft  des  Imperialismus,  und  die  Kriegskrise  führte  zur  Krise  des
ganzen  Systems,  Aber  im  engen  Rahmen  der  einzelnen  staatskapitalistischen ­
  Trusts  war  das  erste  Stadium  des  Krieges  ein
Stadium  der  inneren  Reorganisation  der  kapitalistischen  Produktionsverhältnisse ­
  im  Sinne  der  Planmäßigkeit  und  Organisiertheit
der  miteinander  kämpfenden  Teilsysteme.  Es  ist  nicht  schwer,
die  Grundursachen  dieser  Reorganisation  zu  begreifen  und  zu
verfolgen,  die  zur  Aufhebung  der  inneren  Produktionsanarchie
auf  dem  Wege  der  Verstaatlichung  der  Wirtschaftsfunktionen
führte.  Organisatorisch  und  technisch  wurde  diese  Reorganisation ­
  in  hohem  Grade  durch  den  Prozeß  des  außerordentlich
raschen  Aussterbens  der  mittleren  Gruppen  erleichtert.  Der
Krieg  wirkte  in  dieser  Hinsicht  wie  eine  gigantische  Krise.
Während  die  Summe  des  produzierten  Mehrwertes  abnahm,  konzentrierte ­
  und  häufte  sich  der  letztere  in  den  (sozial,  technisch  und
ökonomisch)  stärksten  Produktionseinheiten.  Der  Prozeß  der
Zentralisation  des  Kapitals  wurde  außerordentlich  beschleunigt,
und  diese  beschleunigte  Zentralisation  bildete  die  „negative  Bedingung“ ­
  der  neuen  Form  der  kapitalistischen  Beziehungen.  Die
positive  Ursache  der  Verstaatlichung  bildeten  die  Bedürfnisse  des
*)  Dr.  Herbert  von  Beckerath;  „Zwangskartellierung  oder  freie  Organisation ­
  der  Industrie“.  Finanz-  und  volkswirtschaftliche  Zeitfragen,  herausgegehen
  von  Schanz  und  J.  Wolf,  Heft  49.  Stuttgart,  1918,  S.  22.  Der  bürgerliche ­
  Privatdozent  schildert  natürlich,  wie  es  sich  für  einen  Oberpförtner
des  Kapitalismus  auch  gehört,  den  Klassenstaat  unter  dem  Pseudonym  der
„Völker“,  Andererseits  übersieht  er,  daß  nicht  nur  die  „Absatzmärkte“  eine
Rolle  spielen,  sondern  auch  die  Rohstoffmärkte  und  die  Sphären  der  Kapitalsanlage, ­
  d.  h.  gerade  jene  Momente,  die  den  drei  Teilen  der  Formel  entsprechen: ­
  G  —  W  <  A  .  .  .  P  •  •  ■  W’—G'.
            
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