Full text: Oekonomik der Transformationsperiode

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nach der eine Zersetzung und ein Zerfall der ganzen Organisation 
beginnt. Die Untersuchung dieser Frage möchten wir jetzt in 
Angriff nehmen. 
Der Prozeß der Reproduktion ist nicht nur ein Prozeß der 
Reproduktion der materiellen Elemente der Produktion, sondern 
auch ein Prozeß der Reproduktion der Produktionsverhältnisse 
selbst ,*) Die erweiterte Reproduktion ist die erweiterte Repro 
duktion der gegebenen Produktionsverhältnisse, Ihr Feld, ihre 
räumliche Ausdehnung wird größer; die gegebene Produktions 
methode „dehnt“ sich aus, indem sie sich innerlich in ihren 
Details umorganisiert; mit anderen Worten, die Reproduktion der 
kapitalistischen Produktionsverhältnisse reproduziert sie grund 
sätzlich, insofern hier das Verhältnis zwischen Kapital und Lohn 
arbeit permanent erhalten und erweitert wird. Aber innerhalb 
dieses Verhältnisses werden die Details der Produktionsstruktur 
beständig geändert; es genügt, allein auf das Wachstum des so 
genannten „neuen Mittelstandes“ hinzuweisen. 
Was geschieht bei der erweiterten negativen Reproduktion? 
Um diese Frage zu beantworten, muß man ausführlicher bei der 
Frage nach dem Bau der Gesellschaft in ihrer Gesamtheit ver 
weilen. 
Vor allem, was sind die „Produktionsverhältnisse“, von denen 
die Rede ist? 
Marx definierte sie als die Beziehungen zwischen den Men 
schen im Prozeß der gesellschaftlichen Arbeit und der Verteilung 
der Produkte dieser Arbeit. Konkret betrachtet, gehören in der 
kapitalistischen Gesellschaft dazu die Beziehungen zwischen dem 
Kapitalisten, dem Meister, dem Techniker, dem Ingenieur, dem 
qualifizierten Arbeiter, dem ungelernten Arbeiter, dem Kaufmann, 
dem Bankier, dem Wucherer usw,, wobei die Beziehungen 
zwischen den Elementen in ihren gegebenen realen Kombinationen 
*) Siehe Marx: „Das Kapital", Band II und III.
	        
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