Contents: Theorie der forstlichen Oekonomik

[) Rentabilität der Forstwirtschaft. 
Gegen die sämtlichen Formulierungen Lemmels, auch gegen die von 
ihm für allein zutreffend gehaltene Formulierung I, ist meines Erachtens 
der Einwand zu erheben, daß einen Rentabilitätsmaßstab niemals die 
Nutz ung Au + Da, sondern nur der E rtr a g im Verhältnis zum 
„Produktionskapital“ abgeben kann, der, wie wir sahen, 1. aus der 
Nutzung und 2. aus der Differenz von Zuwachs und Nutzung sich 
zusammenseßt. Auch die von Martin gegebene Formel, die der 
Formulierung III entspricht!), ist aus diesem Grunde zu beanstanden. 
Anderseils muß, abgesehen hiervon, die angebliche Fehlerhaftigkeit 
der Formulierungen II und |I] bestritten werden. Fehlerhaft sind nur die 
Formulierungen IV und V, da hier die Zurechnung an einen Teil 
d er f e sten Kosten erfolgt. Dagegen ist es gleichgültig, ob die 
lauf enden Kosten c und v in ihrer tatsächlichen Höhe mit negativem 
Vorzeichen im Zähler des Bruches oder kapitalisiert mit positivem Vor- 
zeichen im Nenner des Bruches erscheinen. Es ist nirgends in der 
Virlschast üblich, zum Zwecke der Rentabilitätsrechnung den Rohertrag 
zu den festen Kosten zuzüglich der kapitalisierten lau- 
f enden Kosten ins Verhältnis zu setzen; diese werden vielmehr 
regelmäßig vor Ausführung der Rechnung vom Rohertrage abgezogen. 
Überdies wird durch den Kapitalisierungszinsfuß eine Unbekannte in die 
Rechnung hineingetragen. Bezeichnen wir den Rohertrag mit E, so würde 
sich für die Rentabilität der Wirtschaft bei Benutzung obiger Bezeichnungen 
folgender Ausdruck ergeben: 
EH– C –f V 
B. +EN ; 
Forsstlicher Zinsfuß. 
Die herkömmliche Waldwertrechnungslehre unterstellt im allgemeinen 
die Cxristenz eines o bj ek tiven „f orstlichen Zinsfuß es“ von 
etwa 3 o/o. Mittels dieses Zinsfußes berechnet sie auf dem Wege der 
Zinseszinsrechnung den Bodenertrags- oder Bodenerwartunagswert als 
Differenz der Jetztwerte aller künftigen Roherträge und Kosten, ferner 
den Bestandskosten- und Bestandserwartungswert, den Waldkosten- und 
den Walderwartungswert, und ebenfalls mittels dieses Zinsfußes findet 
sie durch Kapitalisierung des jährlichen Waldreinertrages den Waldertrags- 
oder Waldrentierungswert. 
1) Martin, 1. c., S. 177. 
(
	        
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