Full text: Oekonomik der Transformationsperiode

ristik, um die typischen Züge der gegebenen Phase handelt. 
Innerhalb dieser Grenzen hat eine solche auf deduktivem Wege 
abgeleitete Gesetzmäßigkeit wiederum euren die Erfahrungen der 
russischen proletarischen Revolution ihre erste erfahrungsmäßige 
Bestätigung erhalten. Ein Verkennen dieser Periodenfolge führt 
zu geradezu ungeheuerlichen und theoretisch unanständigen 
Schlußfolgerungen.*) 
Nun müssen wir die allgemeinen Prinzipien des kommunisti 
schen Aufbaus untersuchen. Es ist vollkommen klar, daß die 
nächste Epoche die Epoche der Diktatur des Proletariats sein 
muß, die formal Aehnlichkeit mit der Epoche der Diktatur der 
Bourgeoisie haben wird, d. h. der umgestülpte Staatskapitalismus, 
seine dialektische Umkehrung in seinen eigenen Gegensatz sein 
wird. 
Betrachten wir vor allem die allgemeinsten Gleichgewichts- 
*) Ein Muster einer solchen theoretischen Unanständigkeit bilden leider 
die letzten (1918) „Werke" des Prof. R. J. Wipper, Im Sammelbuch „Unter 
gang der europäischen Kultur", das im Verlag „Wissen ist Macht" (wo es 
weder Macht noch Wissen gibt) erschienen ist, gibt der ehrwürdige Pro 
fessor, ohne die Perspektiven zu verstehen, eine Verallgemeinerung der ersten 
Phasen des Prozesses und spricht daher Dinge aus, die geradezu komisch 
wirken. „Der Glaube an die Vereinigung der Proletarier aller Länder ist 
geschwunden. . . . Die Erwartung einer baldigen sozialen Revolution ist 
vorbei. . . . Die kapitalistische Klasse . . . bereitet sich keinen unver 
meidlichen Untergang vor. . (S. 75 des Sammelbuches,) Dies ist im 
Jahre 1918 erschienen! Im Artikel „Sozialismus oder Kleinbürgertum“, in 
dem der wackere Autor die Kommune kritisiert und sie mit einem Eifer, 
der einer besseren Sache würdig wäre, lästert, und in dem unter dem Namen 
der Pariser Kommunards eigentlich die russischen Kommunisten geschildert 
sind, finden wir z. B, diese Frage; „Warum versuchten sie (die Kommunards, 
lies; die Bolschewikij nicht, zur gesteigerten Arbeit anzuregen, gerade jetzt, 
da viele Fabrikbesitzer die Stadt verlassen haben, folglich auch die .Aus 
beuter”, welche die Arbeiter „unterdrückten", verschwunden sind; warum 
leisteten sie dem Müßiggang und der Bummelei Vorschub?" usw. usw. Klingt 
dies nicht komisch schon im Jahre 1920, im Jahre der Arbeitsarmee, der 
kommunistischen Samstage, der Arbeitsdisziplin? „Die Würze des Landes“, 
wie der Prof, sich bescheiden bezeichnet, besitzt einen geradezu hühner- 
großen „Intellekt", wenigstens in einer bestimmten historischen Epoche. 
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