Full text: Oekonomik der Transformationsperiode

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stellt die konzentrierte soziale Macht des Proletariats dar. Hier 
steht die technische Intelligenz einerseits über den großen Massen 
der Arbeiterklasse, aber andererseits unterwirft sie sich, letzten 
Endes, ihrem Kollektivwillen, der seinen Ausdruck findet 
in der staats-ökonomischcn Organisation des Proletariats. Die 
Umwandlung des Prozesses der Bildung von Mehrwert in einen 
Prozeß planmäßiger Befriedigung der gesellschaftlichen Bedürf 
nisse findet ihren Ausdruck in der Umgruppierung der Produk 
tionsverhältnisse, ungeachtet der formalen Beibehaltung des 
selben Platzes im hierarchischen Produktionssystem, das als 
Ganzes prinzipiell einen anderen Charakter trägt, den Charakter 
der dialektischen Negation der kapitalistischen Struktur*) und 
das, insofern es den sozialen Kastencharakter der Hierarchie 
zerstört, zur Aufhebung der Hierarchie überhaupt führt. 
Zweitens tritt ein relativ stabiles gleichzeitiges Bestehen des 
herrschenden Proletariats und der technischen Intelligenz ein, 
nachdem diese vorübergehend faktisch aus dem Produktions 
prozeß entfallen war. Ihre Rückkehr wird erst sicher in dem 
*) „Der Kapitalismus hat eine zahlreiche Klasse von Industrie- und 
Handelsleitern geschaffen" (Marx), die eine besondere Kategorie von Fach 
leuten im Dienste der Bourgeoisie bilden. Diese industrielle Bürokratie 
gehört nicht direkt zur Klasse der Kapitalisten, ist aber mit ihr mit den 
engsten Banden verknüpft. Sie wird von der Bourgeoisie erzogen, bezieht von 
ihr Ministergehälter, ist an den Gründungsgewinnen und an der Verteilung der 
Dividenden beteiligt, legt ihre „Ersparnisse" in Aktien und Anteilscheinen an, 
und in dem Grade, wie das Kapital in den Aktiengesellschaften entpersön 
licht wird, in dem Grade, wie handelstüchtige Leute, die fremdes Kapital 
auszunutzen verstehen, einen immer größeren Einfluß gewinnen, schließt 
sich diese Bürokratie immer enger und enger der kapitalistischen „Familie" 
an und wird von ihren Interessen durchdrungen. 
Und deshalb ist es notwendig, wenn sie in den Dienst genommen wird 
— und dies ist unvermeidlich und notwendig —, daß der Boden, das Milieu, 
mit dem sie verwachsen ist, jedenfalls beseitigt wird. Man darf sie nicht 
in ihrem früheren gesellschaftlichen Zusammenhang lassen." (N. Ossinski, 
I. c. S. 54—55.) Vergl. auch den Artikel des Gen, M. Windelbot: „Die 
Trusts und Syndikate und die modernen Produktionsverbände" (russ.) in 
„Nar, chos.", 1919, Nr, 6, insbesondere S. 31.
	        
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