Full text : Die Eingliederung der vertriebenen Elsass-Lothringer in das deutsche Wirtschaftsleben im Augenblick seines Tiefstandes

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III.  IIAUPTÜEIL.

nung  und  Arbeit  finden  würden,  mußte  die  Weiterleitung
selbstverständlich  ausgehen.  Daneben  galt  es,  Stauungen
in  einzelnen  Bezirken  zu  verhindern.  Für  Flüchtlinge,  die
kein  festes  Ziel  von  sich  aus  hatten,  wurde  der  Grundsatz ­
  aufgestellt,  sie  ihren  Bundesstaaten  zuzuführen.  Gleichzeitig ­
  konnte  bei  der  Übernahme  wenigstens  dafür  gesorgt
werden,  daß  allen  in  Notlage  befindlichen  Flüchtlingen  sofort ­
  mit  dem  Allernötigsten  geholfen  wurde.
Wir  haben  bereits  auf  die  verschiedenen  Gründe  hingewiesen, ­
  durch  welche  viele  Vertriebene  zur  Niederlassung
in  Baden  veranlaßt  wurden.  In  den  ersten  Monaten  nach
dem  Waffenstillstand  verschlossen  viele  badischen  Gemeinden ­
  in  rücksichtsloser  Weise  den  Flüchtlingen  ihre  Tore,
wobei  zwar  nicht  vergessen  werden  soll,  daß  sie  unter  einer
großen  Wohnungsnot  litten,  oft  jedoch  aus  Furcht  vor
Lasten,  die  ihnen  durch  diese  Vertriebenen  entstehen  könnten, ­
  zu  solcher  Handlungsweise  veranlaßt  wurden.  Die
Möglichkeit  solchen  Vorgehens  leiteten  sie  aus  der  Verordnung ­
  über  „Maßnahmen  zur  Beschränkung  des  Fremdenverkehrs“ ­
  vom  13.  April  1918  (RGBl.  1918  S.  1143)  ab.
Die  volle  Freizügigkeit  wurde  jedoch  den  elsaß-lothringischen ­
  Vertriebenen  durch  die  Verordnung  betr.  „Zuzug  ortsfremder ­
  Personen  und  von  Flüchtlingen“  vom  23.  Juli  1919
(RGBl.  1919  S.  1353)  gewährt.  Aber  auch  diese  Bestimmung
konnte  nicht  verhindern,  daß  bis  zum  heutigen  Tage  einzelne ­
  Gemeinden  den  Flüchtlingen  solche  Schwierigkeiten
bereiten,  daß  diese  Freizügigkeit  illusorisch  wird.  Trotz
dieser  Hemmungen,  die  allerdings  nicht  nur  in  Baden,
sondern  in  gleicher  Weise  auch  in  anderen  deutschen
Ländern  den  Flüchtlingen  bis  zum  heutigen  Tage  bereitet
werden,  prägen  sich  die  Motive,  die  einen  großen  Teil
der  Vertriebenen  aus  Elsaß-Lothringen  veranlaßte,  in  Baden
oder  sonst  in  Süddeutschland  seinen  dauernden  Aufenthalt
zu  nehmen,  sehr  klar  aus.  Wäre  die  Übernahme  der  Vertriebenen ­
  und  ihre  Weiterleitung  vollkommen  schematisch
nach  dem  Gesichtspunkt  der  Staatszugehörigkeit  durchgeführt ­
  worden,  so  müßte  heute  die  Verteilung  der  Vertriebenen ­
  auf  die  verschiedenen  deutschen  Länder  den  Staatsangehörigkeitsziffern ­
  entsprechen,  die  wir  in  einer  Statistik
            
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