Full text: Die Eingliederung der vertriebenen Elsass-Lothringer in das deutsche Wirtschaftsleben im Augenblick seines Tiefstandes

W ANDEREN GS VERL AUF UND GETROFFENE MASSNAHMEN. 125 
Es seien nur diese Monate als Beispiele angeführt. 
Der Abbau der ünterstützungsaktion tritt deutlich hervor. 
Die andauernde Teuerung läßt sich in dem ständigen 
Steigen der auf den Kopf entfallenden Unterstützung er 
kennen. Zu der Rubrik Möbelbeihilfe wird später die 
Erklärung folgen. 
Ein für den Abbau der Unterstützungsaktion noch 
ungünstigeres Bild ergibt sich aus den Sammel-Aus'gaben- 
Naohweisen des Landes Vereins des Roten Kreuzes Baden. 
Während in Baden in den letzten Monaten des Jahres 
1919 durchschnittlich 6000 Unterstützungen in Höhe von 
1000000 M. ausgezahlt wurden, waren es im Jahre 1920 
im Monat 
April 3351 Unterstützte mit einer Gesamtsumme von 607 686 M. 
Juli 2813 „ „ „ „ „ 557134 , 
In allen diesen Zusammenstellungen — auch in der 
Summe, die das Rote Kreuz im ganzen verausgabt hat — 
sind die Geldmittel, die den Vertriebenen als Erwerbslosen- 
unterstützung ausgezahlt worden sind, nicht enthalten. 
Die als Erwerbslosenunterstützung gewährten Mittel wer 
den von den einzelnen örtlichen Eürsorgestellen direkt mit 
den Gemeinden verrechnet, welche sie von Reich und 
Ländern zurückfordern. Aber die als laufende und ein 
malige Unterstützungen durch das Rote Kreuz zur Aus 
zahlung gelangten Geldsummen übersteigen den als Er 
werbslosenunterstützung ausbezahlten Betrag bei weitem, 
so daß die obigen Zusammenstellungen ein richtiges Bild 
von dem Umfang der Unterstützungsaktion in den ein 
zelnen Monaten geben. 
Es ist sicherlich zuzugeben, daß sich in diesen Zahlen 
eine Unterstützung der elsaß-lothringischen Flüchtlinge aus 
drückt, die Anerkennung verdient. Aber diese Anerken 
nung kann nicht verhindern, nochmals festzustellen, daß 
das wichtigste Ziel, das jede Unterstützung erreichen muß, 
d. h, die Wiederaufrichtung der Existenz der ihr anver 
trauten Notleidenden, durch die elsaß-lothringische Ver- 
triebenenfürsorge bis heute nicht in genügendem Umfang 
erreicht worden ist.
	        
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