Full text: Die Eingliederung der vertriebenen Elsass-Lothringer in das deutsche Wirtschaftsleben im Augenblick seines Tiefstandes

WANDEE.UNGSVEELÄXJF UND GETROFFENE MASSNÄHMEN. 133 
in dem Sammelausgabennachweis des Landesvereins Frank 
furt des Boten Kreuzes auf S. 124 aufgeführt. — Auf 
diese Weise war immerhin für die Vertriebenen die Mög 
lichkeit geschaffen, sich mit dem notwendigsten Hausrat 
zu versehen. Die Darlehenskasse wurde ermächtigt, diese 
Möbeldarlehen als Personalkredit zu bewilligen, und da 
hinsichtlich der Rückzahlungsverpflichtung innerhalb von 
zwei Jahren die Bestimmung festgesetzt wurde, daß die 
selbe auf keinen Fall vor Erledigung der Entschädigungs 
ansprüche des betreffenden Flüchtlings gegenüber dem 
Deutschen Reich erfolgen müsse, konnten die Vertriebenen 
weitgehenden Gebrauch von dieser Einrichtung machen. 
Freilich mit 3000 M. war schon im Herbst vorigen 
Jahres eine ausreichende Beschaffung von Möbeln und 
sonstigen Hausrat auf dem freien Markt nicht mehr mög 
lich. Durch Verhandlungen der Reichsregierung mit ge 
meinnützigen HausratgesellscBäften konnte ein billiger Be 
zug für die Vertriebenen gesichert werden. Auch die am 
1. September 1919 gegründete Ein- und Verkaufsgesell 
schaft der vertriebenen Elsaß-Lothringer konnte wertvolle 
Dienste leisten. Nach Angabe ihrer Direktion gelang ihr 
die Beschaffung von etwa 150—200 Schlafzimmereinrich 
tungen, sowie von Küchenmöbeln, und zwar Vorkriegs 
ware; ein Schlafzimmer = 1600 M., eine Küche = 800 
bis 1000 M. 
Die Fürsorgestellen des Roten Kreuzes halfen bei 
dieser Ausrüstung der Flüchtlinge mit, indem sie Bett 
wäsche, Decken und anderes teils als Unterstützung ver 
teilten, teils zu niederen Preisen verkauften. 
Durch das deutsch-französische Möbelabkommen vom 
15. November 1919 wurde diese Möbelbeschaffungsfrage 
in weitem Maße erledigt. Seit Anfang dieses Jahres han 
delt es sich im Hinblick auf den Hausrat der Flüchtlinge 
vor allem um dessen Überführung aus Elsaß-Lothringen 
nach dem neuen V/olmort des Eigentümers. Nur bei den 
Flüchtlingen, die ihren Hausrat in Elsaß-Lothringen zu 
Schleuderpreisen verkauft haben, spielt der Ersatz ihrer 
hierdurch erlittenen Einbuße im Zusammenhang mit der
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.