DIE URSACHEN DER ABWANDERUNG UND IHR UMFANG.
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Frage der Volksabstimmung in Elsaß-Lothringen stellen
würden. So mußte der deutsche Einfluß zerstört werden,
wo auch immer es möglich war. Jedes Mittel war gut
genug. Und mit rücksichtslosem Vorgehen gegen alle Alt
deutschen und jede Äußerung deutscher Gesinnung in ein
heimischen Kreisen konnte man hoffen, die französisch ge
sinnte Bourgeoisie des Landes zu stärken und zu befrie
digen, vor allem aber die große Masse der Bevölkerung,
einzuschüchtern, und ihr, bevor sie recht zum Bewußt
sein kam, die Empfindung aufzuzwingen, daß Elsaß-Loth
ringen französisch werden müsse, und es darum richtiger
sei, einen unnützen Kampf nicht erst anzufachen. Der
Eindruck vom militärischen und inneren Zusammenbruch
Deutschlands, die Angst vor dem ‘ Sieger, mußten ohne
Säumnis ausgenützt werden. Der erwartete Erfolg traf ein.
Indem wir dies feststellen, gehen wir bereits zu der
Beantwortung und Erklärung der Frage über, wie es mög
lich war, daß auch große Teile der elsaß-lothringischen
Bevölkerung sich diesem brutalen Vorgehen gegen die Deut
schen, ihre Volksgenossen von jenseits des Rheines, an
schlossen.
Es ist im Rahmen dieser Abhandlung unmöglich, auf
den geschichtlichen Teil der elsaß-lothringischen Frage ein
zugehen. Es muß genügen festzustellen, daß Elsaß-Loth
ringen, wie es der Bismarckische Staat geschaffen hat,
deutscher Boden mit einer ihrer Kultur und Sprache nach
deutschen Bevölkerung ist. Was uns hier ganz kurz be
schäftigen muß, ist das politische und nationale Denken
dieser allemannisch-fränkischen Bevölkerung zurzeit des 1
Einmarsches der Franzosen im November 1918, wie es sich
durch die zweihundertjährige Zugehörigkeit zu Frankreich,
die Wiedervereinigung mit Deutschland 1870/71, den Krieg
1914 1918 und den Kriegsausgang 1918 entwickelt hat.
Das hieraus sich ergebende Verhalten der Elsaß-Loth
ringer muß behandelt werden. Denn gegen den geschlos
senen Willen der einheimischen Bevölkerung hätte vor
aussichtlich Frankreich nicht so skrupellos gegen die Deut
schen vorgehen können. So sind hier mit die Ursachen zu