WANDERUNG SVERLÄUF UND GETROFFENE MASSNAHMEN. 83
3) vom Eeich mit der Fürsorge für die vertriebenen
Elsaß-Lothringer beauftragt: das Eote Kreuz,
4) die vom Eeich durch Geldmittel gestützte Selbsthilfeorganisation
der Flüchtlinge: der Hilfsbund für die
Elsaß-Lothringer im Eeich.
Noch fehlte eine Zusammenfassung dieser verschiedenen
Stellen.
e) DIE MINISTER!ALABTEILÜNG FÜR EL8ASS-LOTHRINGEN
IM REICH8MINI8TERIDM DES INNERN.
Es muß darauf hingewiesen werden, daß die elsaßlothringischen
Flüchtlinge über der Not und den Kampf
ums tägliche Brot das große kulturpolitische Problem,
dessen Opfer sie geworden waren, nicht vergaßen. Wo
immer möglich, führten sie in Schrift und Wort den Kampf
gegen die ungeheuerliche Verletzung des Völkerrechts in
Elsaß-Lothringen durch die Franzosen und mahnten ihre
deutschen Volksgenossen, nicht zu vergessen, daß Elsaß-Lothringen
seiner Geschichte und Bevölkerung entsprechend
deutsches Land sei, aber auch völkerrechtlich noch immer
deutscher Boden trotz der Besetzung durch die französische
Armee. Frankreich behandle Elsaß-Lothringen als französisches
Staatsgebiet, noch bevor ein Friedensvertrag über
die fernere Zukunft der Eeichslande bestimmt habe. Damit
dürfe sich das deutsche Volk nie und nimmer zufrieden
geben.
Aus solcher Gesinnung wurde der Entschluß geboren,
aus dem Kreise der Flüchtlinge Vertreter Elsaß-Lothringens
in die verfassunggebende deutsche Nationalversammlung
zu entsenden. Elsaß-Lothringen war noch deutsches Staats;-gebiet
und somit seine Bevölkerung berechtigt, Vertreter
in die deutsche Nationalversammlung zu wählen. Französische
Willkür hinderte es daran. So erließ der Hilfsbund
für die Elsaß-Lothringer im Eeich im Januar 1919
einen Aufruf an alle elsaß-lothringischen Flüchtlinge. Dem
Aufruf war ein Wahlvorschlag mit 12 Kandidaten — zum
größten Teil Alt-Elsaß-Lothringer, die schon im politischen
Leben ihrer Heimat vor dem Kriege eine führende Eolle
6*