Wirtsohaftsbetrieb und Technik.
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menen Bedürfnisbefriedigung der Menschheit haben soll, also in dieser Aufgabe
der Wirtschaft einzugliedern ist.
Die Eingliederung der Technik in den Begriff der Wirtschaft, so wie es hier geschehen ist,
ist nicht überall anzutreffen; insbesondere in technischen (wissenschaftlichen und praktischen)
Kreisen ist es üblich, die Technik für sich zu sehen und ihren Inhaltsbereich der Wirtschaft
gegenüberzustellen. Man spricht dann von Technik und Wirtschaft und faßt dabei den Geltungsbereich
der Wirtschaft in der Weise, wie sie oben indem Schaubild (S. 28) alsWBb:
kaufmännische (Wirtschafts-) Tätigkeit gekennzeichnet worden ist. Es ist natürlich ein müßiger
Streit, darüber entscheiden zu wollen, ob die eine oder andere Begriffsabgrenzung richtig
ist. Die Gegenüberstellung von Technik und Wirtschaft hat den Vorteil, daß die Technik jetzt
sehr weit gefaßt werden kann, nämlich ohne Beschränkung auf den Wirtschaftsbetrieb, und
daß zugleich das Wort Wirtschaft sowohl für Einzelwirtschaft (Wirtschaftsbetrieb) als auch
für Gesamt(Volks-)wirtschaft gebraucht werden kann.
Da, wie gesagt, in technischen Kreisen diese Auffassung von Technik und Wirtschaft fast
ausnahmslos anzutreffen ist, in wirtschaftswissenschaftlichen Kreisen die Technik als in dem
Begriff der Wirtschaft eingesohlossen gilt, so kann man sich vorstellen, wie leicht Mißverständnisse
möglich sind, wenn die verschiedenen Begriffsinhalte nicht genügend beachtet
werden.
2. Die Technik in der Wirtschaft. Im Bereiche der Wirtschaft ist die Herstellung
der Güter zunächst ein technischer Vorgang — Produktion im technischen
Sinne —; doch kommt als erste neue Einstellung hinzu, daß die so hergestellten
Güter für die menschliche Bedürfnisbefriedigung brauchbar sein sollen. Wir
wollen daher solcher Art ausgerichtete technische Dinge, die aus Stoff und
Kraft gewonnen werden, technische Brauchbarkeiten nennen, um anzudeuten, daß
es nicht auf ein technisches Ergebnis schlechthin ankommt. Natürlich spielt bei
ihrer Herstellung die zweckmäßige Verwendung von Stoffen und Kräften, die
Ausschau nach ergiebigeren Verbindungen und Verbesserungen eine große Rolle.
Praktische Erfahrungen, wissenschaftliche Erkenntnisse, zu denen Mathematik
und Naturwissenschaften die Grundlagen liefern, helfen den Erfolg sichern. Technisches
Wissen und Können, verbunden mit der Phantasie zum Neuschaffen,
bringen hier immer wieder neue Spielarten von Gütern hervor, die auf eine vollkommenere
oder ergiebigere, einfachere oder leichtere Befriedigung menschlicher
Bedürfnisse hinzielen, ja unter Umständen bis dahin nur geahnte oder nicht
erfüllbare Bedürfnisse zur wirklichen Befriedigung bringen. Sehr schön sind diese
Zusammenhänge von Dessauer gekennzeichnet worden: Die Technik sucht die
Natur, der sie das Geheimnis ihres Wirkens ablauscht, mit ihren eigenen Gesetzen
zu verbessern, indem sie solche Dinge herstellt, die in der Natur selbst nicht oder
nur unvollkommen Vorkommen; oder: die Technik versucht, der natürlichen
Ordnung ein Schnippchen zu schlagen, indem sie die Natur für den menschlichen
Bedarf brauchbar macht (so z.B. einen Stuhl baut, der als solcher in der Natur
nicht vorkommt).
Die Herstellung von technischen Dingen (Brauchbarkeiten) erhält für die
Wirtschaft erst dann ihren Wert, wenn sie in deren Rechnung aufgeht, d.h. daß
mit Hilfe der Technik ein Gut entsteht, bei dem der von der Wirtschaft veranschlagte
Nutzen als gesichert erscheint. In der geschlossenen Hauswirtschaft ist
vielleicht die Person, die den Nutzen des Gutes (für die Bedürfnisbefriedigung)
abschätzt, gleichzusetzen mit der Person, die die technische Herstellung bestimmt,
anordnet oder durchführt. Technische Brauchbarkeit und Nutzen für die Wirtschaft
brauchen dann nicht weit auseinander zu hegen. Anders in der Geldwirtschaft,
wo die Aufwendungen für die Herstellung des Gutes in Geld veranschlagt,
die gesamten Kosten der Wirtschaftsveranstaltung in Geld ermittelt werden und
durch Verkauf am Markt ein höherer Geldbetrag erzielt werden soll, den die
fremden Käufer als Ausdruck ihrer Schätzung des Nutzens den zu kaufenden
technischen Brauchbarkeiten (Gut) beilegen. Jetzt kommt es auf den Vergleich
der Geldkosten mit dem Gelderlös an, der über die Brauchbarkeit im Wirtschaft-Prion,
Die Lehre vom Wirtschaftsbetrieb. I. 3