24
Eroberung der Erde, häuften Zahl auf Zahl,
bis daß wir selber an die Realität einer
solchen rein wirtschaftlichen „Realpolitik" glauben
lernten.
Doch selbst in solchem, politisch harmlosen
Bestreben stießen wir an und wurden wir gestört.
Nicht einmal die „nur wirtschaftlichen Interessen"
durften wir pflegen; in China, Persien, Marokko
vertrat die Mißgunst uns den Weg. Politisch
waren wir durch Bismarck „saturiert" und
stellten unseren Blick auf keine höheren Ziele
ein, als Ausbau und Bewahrung des Reichsgebiets
und seiner Kolonien sie boten. Was wir
verlangten, war „die wirtschaftliche Gleichberechtigung",
die „offene Tür", ein „Platz an
der Sonne" unserem ökonomischen Wettbewerb.
Dies brauchten wir unmittelbar zum Leben,
wollten wir nicht an unserer Volkszahl und
Produktivität ersticken. Vergeblich unsere Bescheidenheit.
Denn eben die politische Problemstellung
des 20. Jahrhunderts widerspricht einer
solchen Selbstbeschränkung aus das eine oder das
andere Gebiet der nationalen Expansion. Die
zunehmende Bewußtheit des nationalen Volksempfindens
umfaßt in jedem der Imperien, die
uns umgeben, das ökonomische Leben mit.
Wenn auch keineswegs die Formen und Äußerungen
feststehen, so werden die Verbindungen