Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Die  Grundlagen.

eingeengt  (der  Betrieb  ist  mehr  als  Verfahrensweisen)  und  zweitens  ist  die  ständige  Verwechslung ­
  mit  dem  eigentlichen  Begriff  der  Technik  gegeben.
Schließlich  sei  noch  erwähnt,  daß  das,  was  wir  unter  Wirtschaftsbetrieb  als
Betrieb  erkennen  wollen,  hier  und  dort  auch  als  Organisation  bezeichnet  wird.
Ohne  an  dieser  Stelle  näher  auf  die  Bedeutung  des  Begriffes  einzugehen,  soll  zugegeben ­
  werden,  daß  das  Wort  Organisation  (wie  das  Wort  Betrieb,  wie  wir  gesehen ­
  haben)  an  sich  nichts  über  das  Anwendungsgebiet  aussagt:  man  kann  alles
mögliche  organisieren,  darunter  auch  die  Wirtschaftstätigkeit.  Also  kann  man
die  planvolle  Durchführung  der  Wirtschaftstätigkeit  (die  wir  Betrieb  nennen)
auch  als  Organisation  bezeichnen.  Dann  ständen  Wirtschaft  und  (ihre)  Organisation ­
  einander  gegenüber.  Diese  Gleichsetzung  von  Betrieb  und  Organisation
wollen  wir  gleichfalls  ablehnen:  es  wird  sich  zeigen,  daß  im  Betrieb  vieles  behandelt ­
  werden  muß,  was  man  nur  mit  Mühe  als  Organisation  bezeichnen  kann
(und  was  man  daher  hier  als  Voraussetzungen,  Grundlagen,  Gegebenheiten  und
ähnliches  aussondern  müßte).  Wir  wollen  Organisation  in  einem  engeren  Sinne
auffassen:  als  Betriebsorganisation  im  Sinne  von  Gestaltung  der  Betriebsarbeit
durch  den  Menschen  (Hauptteil  C).
Der  Wirtschaftsbetrieb  legt  in  seinem  Wirtschaftsplan  das  „Was“  seiner  Tätigkeit ­
  (unter  Berücksichtigung  der  betrieblichen  Möglichkeiten  und  Notwendigkeiten) ­
  fest;  der  Betrieb  hat  es  mit  dem  „Wie“  zu  tun,  d.h.  der  Mensch  fügt  die
Mittel  und  Möglichkeiten  durch  Arbeit  zusammen,  um  den  Wirtschaftszweck  zu
verwirklichen.  Wir  wollen  das,  was  der  Betrieb  auf  diese  Weise  erzielt,  die  Leistung
nennen;  sie  wird  zum  Gut  im  wirtschaftlichen  Sinne,  wenn  sie  ihre  Eignung  als
Bedürfnisbefriedigungsmittel  erlangt  hat  (und  sie  wird  Ware  genannt,  wenn  sie
Gegenstand  des  Marktverkehrs  geworden  ist).  Im  Betrieb  kommt  es  also  darauf
an,  daß  der  Mensch  tätig  wird,  um  eine  Leistung  zu  vollbringen.  Hiernach  wollen
wir  unsere  Darstellung  einrichten:  im  Hauptteil  A  werden  die  Grundlagen:  die  zu
erstellende  Leistung,  die  zu  verrichtende  Arbeit,  die  benutzten  Sachmittel  (Stoffe
und  Kräfte)  sowie  die  Wahl  des  Ortes,  an  dem  sich  der  Betrieb  abspielen  soll,
dargestellt.  Im  Hauptteil  B  beschäftigen  wir  uns  mit  dem  Menschen,  der  am
Anfang  und  im  Mittelpunkt  des  Betriebes  steht.  Im  Hauptteil  C  werden  wir
sehen,  wie  der  Mensch  Arbeit  und  Mittel  sinnvoll  zu  einer  Organisation  verbindet.
Im  Hauptteil  D  werden  die  Mittel  und  Wege  behandelt,  die  es  dem  Betriebe  ermöglichen, ­
  nach  dem  Grundsatz  der  Wirtschaftlichkeit  zu  verfahren.
Um  Mißverständnissen  vorzubeugen,  die  aus  dem  getrennten  Erscheinen  der  drei  Bände
dieses  Werkes  entstehen  könnten,  sei  an  dieser  Stelle  noch  einmal  aus  dem  ersten  Buch  wiederholt: ­

1.  Die  Wirtschaft  kommt  in  verschiedenen  Formen  vor  (Haus-  und  Tauschwirtschaft,
Natural-  und  Geldwirtsohaft).  Die  gegenwärtige  Form  ist  die  Erwerbswirtschaft,  d.  h.  der
Verkauf  der  Güter  gegen  Geld  und  damit  zusammenhängend:  die  Bildung  von  Geldeinkommen. ­
  Die  Gesamtheit  der  arbeitsteilig  gegliederten  (einzelnen)  Erwerbswirtschaften  stellt  die
Gesamtwirtschaft  dar,  die  auf  ein  Volk  (Staat)  bezogen  die  (deutsche,  englische  oder  amerikanische) ­
  Volkswirtschaft  ergibt.  Eine  besondere  Erscheinungsform  der  Erwerbswirtschaft
ist  die  kapitalistische  Unternehmung,  die  dem  heutigen  Wirtschaftsleben  das  Gepräge  gibt.
Die  kapitalistische  Unternehmung  veranschlagt  das  Wirtsohaftsvermögen  in  Geld  (Kapital),
rechnet  die  Aufwendungen  (Kosten)  und  die  Erlöse  in  Geld  und  will  auf  das  Kapital  eine
Rente  (Geldgewinn)  erzielen.  Die  Rentabilität  ist  der  Ausdruck  für  die  Wirtschaftlichkeit  der
Unternehmung.
2.  Was  Betrieb  ist,  ist  oben  schon  erwähnt  worden:  die  Durchführung  der  Wirtschaftstätigkeit ­
  (Vollzug  der  Wirtschaft).  Wie  es  einen  Betrieb  der  Haus-  und  Tauschwirtschaft  gibt
oder  gegeben  hat,  ebenso  gibt  es  einen  Betrieb  der  Geld-  und  Erwerbswirtschaft,  gibt  es  einen
Betrieb  der  (kapitalistischen)  Unternehmung.  In  diesem  Sinne  ist  Betrieb  mehr  als  „die  Gesamtheit ­
  räumlicher  Gegebenheiten“  oder  als  „Energieumwandlung“  (neuerdings  noch
Riedel),  ist  Betrieb  eben  die  gesamte,  sich  in  einem  Wirtschaftsbetrieb  vollziehende  Tätigkeit.
Die  Wirtschaftlichkeit  ist  hier  gewahrt,  wenn  die  Mittel  und  Wege  zum  größten  Erfolg  geführt,
die  Betriebseinriohtungen  entsprechend  ausgenutzt  werden  und  die  beteiligten  Menschen  (in
            
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