Full text: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Die Wirtschaftlichkeit. 
von wem usw. geprüft wird. Er kann den Betrieb in Fehlerfelder aufteilen und 
eine genaue Kontrolltechnik verschreiben, die durch die gemachten Erfahrungen 
laufend zu verbessern ist. 
Bestimmte Voraussetzungen sind zur Aufstellung des Planes notwendig: die 
Kontrolle muß einfach sein (ihre Methode muß demjenigen, der geprüft wird ohne 
weiteres klar und verständlich sein), sie muß eine zuverlässige Wirkung ermöglichen, 
sie muß schnell durchgeführt werden, um Wirkung zu erzielen. Weitere Erforder 
nisse sind, daß die Kontrolle unparteiisch, also für die Geprüften vertrauen 
erweckend, ferner möglichst nahe an der Fehlerquelle und insgesamt lohnend 
durchgeführt wird. Sie darf weder zu teuer sein, noch an nebensächlichen Stellen 
eingesetzt werden, noch auch den natürlichen Arbeitsablauf stören. Bei jeder 
Kontrollstelle im Betrieb wird man sich zu fragen haben, wie hoch die Vorteile 
sind, die durch die Kontrolle erwirkt werden, und welche Kosten ihre Durchführung 
verursacht. Allerdings ist es schwierig, die Erfolge der Kontrolle abzuschätzen und 
in Geldwerten zu veranschlagen; denn sie kann lange Zeit ohne größere Fehler 
ermittlung oder -Verhütung arbeiten, so daß es den Anschein hat, als ob ihre Not 
wendigkeit nicht erforderlich ist. 
Auf der anderen Seite laufen die Kosten der Kontrollstelle auf. So kommt es, 
daß manche Unternehmer sie für überflüssig halten und in ihr lediglich eine 
Kostenstelle sehen, der kein Nutzen gegenüber steht. Sie vergessen jedoch, daß 
die Kontrolle bereits durch ihre Anwesenheit fehlerverhütend wirkt und so Scha 
den vermeidet, der sonst vielleicht eingetreten wäre. Außer diesem Nachteil gibt 
es einen weiteren: die Kontrolle arbeitet nicht unbedingt zuverlässig; sie muß da 
her selbst wieder kontrolliert werden (Kontrolle der Kontrollen); mitunter wirkt 
sie auf die Menschen zurück, sie ist somit selbst Ursache von Gefahrenquellen. 
Auch andere psychologische Wirkungen dürfen nicht übergangen werden: jede 
Kontrolle löst nicht nur gewollte, sondern auch ungewollte und hinsichtlich des 
Zwecks (Steigerung der Wirtschaftlichkeit) schädliche Gefühle aus, die sich durch 
passiven Widerstand und Mißmut, schließlich auch auf die Leistung selbst aus 
wirken. Vor allem die übertriebenen Kontrollen der Arbeitszeiten und des Arbeits 
tempos, die alle Erleichterungen der Arbeit durch private Gespräche und kleinere 
Pausen überwachen und untersagen, wirken oft sehr niederdrückend auf die 
Stimmung der Betriebsangehörigen und gefährden damit den eigentlichen Kon- 
trollzweck. 
Trotz aller dieser Gefahrenquellen bleibt die Kontrolle eine Notwendigkeit, in 
dem sie die Wirtschaftlichkeit erhöht und Werte erhält, die sonst irgendwie ver 
nichtet worden wären. 
Anhang: Die Kontrollen in den einzelnen Wirtschaftsbetrieben. Menschen, 
Dinge, Vorgänge und Verhältnisse sind die Gegenstände, auf die sich die Aufmerk 
samkeit der Kontrollen in den Wirtschaftsbetrieben richtet. Doch dürfen sie nicht 
nur für sich betrachtet werden, sondern ihr Zusammenwirken ist zu beachten. Je 
nach Art und Umfang des Wirtschaftsbetriebes tritt dieses oder jenes, was kon 
trolliert werden muß, in den Vordergrund, ist ein besonderer Kontrollplan er 
forderlich, der die Notwendigkeiten erfaßt. Daher sieht die Kontrolle in einem 
Industriebetrieb anders aus als in einem Bank-, Verkehrs- oder Handelsbetrieb. 
Im Industriebetrieb wirken technische und kaufmännische Einrichtungen und Maß 
nahmen zusammen, und man spricht hier von technischen und von kaufmännischen Kon 
trollen. Weiter von Betriebs- und Vertriebskontrollen, je nachdem, ob der Schwerpunkt 
mehr in der Produktion oder in dem Vertrieb liegt. Betriebs- und technische Kontrolle decken 
sich ebensowenig wie Vertriebs- und kaufmännische Kontrolle, wenn auch in beiden Fällen 
die Bestrebungen dahin gehen. So gehört z. B. die Kontrolle des Lohn Wesens zur Betriebs 
kontrolle; sie stellt aber nicht eine technische, sondern eine kaufmännische Kontrolle dar. 
Entsprechende Beispiele gibt es für den Vertrieb.
	        
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