Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

zerrten,  mehrere  gleichartige  Tatbestände  vorhanden  sind;  jedoch  wird  hier  der
Wirkungsgrad  des  Vergleiches  durch  die  einheitliche  Leitung  abgeschwächt.  Es
ist  daher  verständlich,  wenn  versucht  wird,  Gelegenheiten  zum  außerbetrieblichen
Vergleich  zwischen  voneinander  unabhängigen  Betrieben  zu  schaffen.
Voraussetzung  für  die  Ausnutzung  solcher  Gelegenheiten  ist,  daß  vergleichbare
Grundlagen  vorhanden  sind.  Die  Verschiedenheiten  der  Betriebe  sind  sehr  zahlreich; ­
  die  Kapitalausstattung,  der  rechtliche  Aufbau  und  dessen  kostenmäßige
Ausflüsse:  Gehalt  der  Vorstandsmitglieder  der  A.-G.  und  Gewinn  des  Einzelkaufmanns, ­
  Körperschaftssteuer  und  Einkommensteuer,  der  Standort  (verschiedene
Frachten,  Steuern,  Güte  und  Angebote  von  Mitarbeitern,  Lohnhöhe),  die  innerbetriebliche ­
  Organisation,  die  verschiedenen  Verfahrensweisen,  die  ungleichmäßige
Beschäftigung.  Will  man  vergleichsfähige  Unterlagen  schaffen,  müssen  Richtigstellungen ­
  vorgenommen  werden:  es  soll  doch  die  Wirtschaftlichkeit  des  Betriebes
verglichen  werden  und  nicht  die  äußeren  Bedingungen  der  Betriebsarbeit  (die
allerdings  Gegenstand  eines  besonderen  Vergleichs  werden  können).  Die  Versuche
der  Richtigstellung  können  in  folgendem  bestehen:  die  verschiedenen  Steuern,
Frachten  werden  als  Kostenfaktoren  einfach  ausgelassen,  die  örtlich  verschiedenen
Löhne  können  durch  Ausgleiohsfaktoren  ausgeglichen  werden  (wobei  die  Tatsache
der  verschiedenen  Arbeitsleistung  unberücksichtigt  bleibt);  für  Personalgesellsohaften
  wird  ein  Unternehmerlohn  in  Ansatz  gebracht;  die  verschiedene  Kapitalausstattung ­
  wird  durch  Veranschlagung  eines  kalkulatorischen  Zinses  auszuschalten ­
  versucht  (die  stillen  Reserven  können  jedoch,  da  nicht  ausweisbar,  nicht
verzinst  werden).  Noch  erheblich  verwickelter  sind  die  Methoden  zur  Ausschaltung ­
  des  verschiedenen  Beschäftigungsgrades.
Wir  sehen  so,  daß  in  der  Praxis  kaum  vergleiohsfähige  Grundlagen  vorhanden ­
  sind,  daß  versucht  wird,  diese  unter  Zuhilfenahme  aller  möglichen  Kunstgriffe
vergleichbar  zu  machen;  ferner  werden  die  Vergleiche  mit  vielen  Einschränkungen
und  Vorbehalten  durchgeführt.  Es  gehört  eine  ebenso  große  Sachverständigkeit
wie  Erfahrung  dazu,  die  Vergleichbarkeit  herbeizuführen  und  die  gewonnenen  Ergebnisse ­
  richtig  zu  beurteilen.  Die  Frage  liegt  nahe,  ob  solche  Betriebsvergleiche
überhaupt  noch  von  Wert  sind.  Es  wird  versucht,  alle  äußeren  Betriebsbedingungen, ­
  die  vorhanden  und  unwandelbar  sind,  auszuschalten.  Dabei  wird  übersehen,
daß  sich  der  Betrieb  auf  alle  diese  äußeren  Umstände  in  einer  ganz  bestimmten
Weise  eingestellt  hat;  die  äußeren  Umstände  sind  daher  von  dem  inneren  Aufbau
und  von  den  Ergebnissen  der  statistischen  Aufzeichnungen  nicht  zu  trennen.
Dieser  Mangel  eines  „exakten“  Betriebs  Vergleichs  ist  wohl  zugleich  die  Ursache ­
  dafür,  daß  die  Praxis  in  jahrhundertelanger  Übung  einen  anderen  Weg  gegangen ­
  ist;  die  Herausbildung  der  Kapitalrechnung,  die  mit  Hilfe  der  doppelten
Buchhaltung  und  Bilanz  den  Gewinn  ermittelt  und  die  Rente  auf  das  Kapital
als  Kennziffer  zugleich  auch  für  die  Betriebs-Wirtschaftlichkeit  herausstellt.  Um
nicht  mißverstanden  zu  werden;  nicht  weil  der  Gewinn  das  alleinige  oder  vollkommene ­
  Meßwerkzeug  darstellt,  sondern  weil  er  von  allen  Möglichkeiten  schließlich ­
  doch  den  besten  Vergleich  ermöglicht.  Es  ist  auch  nicht  so,  daß  der  Gewinn
als  Maßstab  für  die  Wirtschaftlichkeit  im  Betriebe  entwickelt  worden  ist;  wir
haben  gesehen,  daß  er  von  Haus  aus  die  Wirtschaftlichkeit  der  Unternehmung
(Rentabilität)  zum  Ausdruck  bringt.  Sondern  es  hat  sich  gezeigt,  daß  er  auch  für
die  Wirtschaftlichkeit  des  Betriebs  herangezogen  wird.  Das  ist  die  Auffassung  von
Schmalenbach,  wenn  er  sagt,  daß  der  Gewinn  als  Maßstab  für  die  Wirtschaftlichkeit ­
  geeignet  gemacht  werden  soll  und  zwar  nach  seinem  Vorschlag  durch  die
dynamische  Bilanz,  deren  Bedeutung  ja  darin  liegt,  daß  sie  die  Grundlagen  für
die  richtige  Gewiraiermittlung  schaffen  will.
Und  dennoch  haftet  auch  einem  solchen  für  den  Betrieb  zurechtgestutzten  Ge ­
            
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