Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Die  Stoffe  und  Kräfte.

23

gebildet  werden;  vielleicht  können  sie  trotzdem  der  Maschine  nicht  ihre  volle  Leistungsfähigkeit ­
  abgewinnen,  da  deren  Bedienung  und  restlose  Beherrschung  Fähigkeiten  erfordert,  die
die  eines  durchschnittlichen  Mitarbeiters  übersteigen.
Auch  in  niohtindustriellen  Betrieben,  in  Warenhäusern,  Banken  und  großen  Verwaltungsgebäuden ­
  sind  oft  Maschinenanlagen  für  Transporte  von  Menschen  und  Gütern  (Fahrstühle,
Rolltreppen,  Rohrposten,  Transportbänder),  für  Beleuchtung,  Belüftung,  Beheizung  u.  a.
anzuschaffen.  Neben  der  Zweckmäßigkeit  der  technischen  Anlage  als  solcher,  ihrer  Leistung,
ihren  Anschaffungs-  und  Betriebskosten  stehen  hier  eigentlich  mehr  andere  Erfordernisse  im
Vordergrund:  die  Schnelligkeit  und  Reibungslosigkeit  des  Verkehrs,  die  Zweckmäßigkeit  der
Beleuchtung  im  Hinblick  auf  Arbeitsfähigkeit,  Aussehen  der  Ware  oder  Werbekraft  für  die
Besucher.  Dies  entspricht  ganz  der  Stellung,  die  diese  Maschinen  in  den  oben  angeführten
Wirtsohaftsbetrieben  haben:  sie  stehen  hier  nicht  im  Mittelpunkt  wie  bei  den  Industriebetrieben, ­
  sondern  sie  treten  nur  ergänzend  hinzu,  sie  sollen  die  Hauptarbeit,  die  dort  geleistet  wird,
wirksam  unterstützen  und  erfolgreicher  gestalten.
Wenn  auch  für  diese  Fragen  der  Versorgung  der  Wirtschaftsbetriebe  mit  Werkzeugen ­
  und  Maschinen  sicherlich  in  erster  Linie  der  Techniker  zuständig  ist,  der
die  Konstruktion  der  Werkzeuge  und  Maschinen  kennt  und  daher  auch  ihre  Leistungsfähigkeit ­
  am  ehesten  beurteilen  kann,  so  muß  doch  auch  der  Wirtschafter
selbst  einiges  von  diesen  Dingen  verstehen,  da  er  ja  das  Kapital  auf  bringen  und
dieses  Kapital  der  kapitalistischen  Grundrechnung  zugrunde  legen  muß.  Hier  ist
eine  von  den  vielen  Stellen,  wo  sich  Wirtschaft  und  Technik  gegenseitig  im  Betriebe ­
  durchdringen  und  es  auf  den  richtigen  Zusammenklang  ankommt,  wenn
Fehlentscheidungen  und  Störungen  vermieden  werden  sollen.  Dieses  Buch,  das
von  der  kaufmännischen  Seite  des  Betriebes  handelt,  kann  auf  die  technischen
Dinge  nicht  in  der  Ausführlichkeit  eingehen  wie  sie  erforderlich  sind,  wenn  in  der
Praxis  die  wichtigen  Fragen  nach  der  Gestaltung,  Beschaffenheit,  Beschaffung  und
Anordnung  der  sachlichen  Hilfsmittel  entschieden  werden  sollen.  Wenn  daher  im
nachfolgenden  eine  kurze  (und  nicht  vollständige)  Übersicht  über  die  Stoffe  und
Kräfte  gegeben  wird,  so  geschieht  das  nur  zu  dem  Zwecke,  dem  Leser  (als  Wirtschafter) ­
  einen  Einblick  in  das  umfangreiche  und  mannigfaltige  Gebiet  der  Technik ­
  zu  verschaffen,  soweit  es  sich  eben  um  die  Stoffe  und  Kräfte  handelt,  die  den
Wirtschaftsbetrieben  zur  Erreichung  ihres  Zweckes:  der  Leistung  zur  Verfügung
stehen.
2.  Die  Stoffe.  Die  Entwicklung  der  Technik  hat  es  mit  sich  gebracht,  daß  heute  eine  Fülle
verschiedener  Stoffe  für  den  gleichen  oder  ähnlichen  Zweck  zur  Verfügung  stehen.  Wer  sich
heute  entschließt,  dem  Verbrauch  ein  bestimmtes  Gut  zur  Verfügung  zu  stellen,  muß  sehr
genau  über  die  verschiedenen  Möglichkeiten  der  Erstellung  unterrichtet  sein.  In  früheren
Jahren  war  es  wesentlich  einfacher,  sich  auf  dem  Gebiete  der  Herstellung  wirtschaftlicher
Güter  zu  betätigen.  Ob  ein  Schiff  oder  ein  Wagen  gebaut,  ein  Haus  oder  eine  Brücke  erstellt
werden  sollte,  ein  Gefäß,  ein  Werkzeug  oder  gar  ein  Apparat  für  irgendeinen  Zweck  notwendig ­
  war,  immer  griff  man  auf  das  Holz  als  Baustoff  zurück  und  benutzte  es  gleichzeitig
als  Brennstoff  für  das  im  wesentlichen  einzige,  außer  dem  einfachen  Schlag  oder  Druck  bekannte ­
  technische  Hilfsverfahren  der  mechanischen  Herstellung:  die  Erhitzung.
Mit  der  Kenntnis  der  Holzsorten  —  Bau-,  Nutz-  und  Brennholz  —  ihrer  Vor-  und  Nachbehandlung ­
  und  ihren  Gefügeeigenschaften  —  Härte,  Haltbarkeit,  Biegefähigkeit  —  war
häufig  die  Stoffkenntnis  der  früheren  Fabrikanten  erschöpft.  Daneben  spielten  der  Stein  und
die  in  recht  einfacher  Weise  erschmolzenen  Metalle  eine  Bolle;  reichten  die  Härte-  oder  Dauereigenschaften ­
  des  Holzes  nicht  aus,  so  griff  man  zu  Stein  und  zum  Metall  als  Notbehelf.  Auf
diese  Weise  gelangte  man  ja  letztlich  zu  den  künstlich  hergestellten  oder  zum  mindesten  nach
Bedarf  umgestofften  (wie  es  Woldt  nennt)  Naturerzeugnissen.  Das  Holz  muß  großenteils  verwendet ­
  werden,  wie  die  Natur  es  darbietet,  und  lange  Zeit  blieb  dem  Menschen  im  wesentlichen
nichts  anderes  übrig,  als  je  nach  dem  beabsichtigten  Zweck  ein  härteres  oder  weicheres,  ein
biegsameres  oder  sprödes,  ein  gröberes  oder  feineres  Holz  zu  suchen.
Im  Handel  ist  das  Holz  als  Rundholz,Balken-,  Kant-  und  Halbholz,  als  Bretter-  und  Bohlenware; ­
  die  neuen  Bestrebungen  gehen  dahin,  zu  einheitlichen  Abmessungen  zu  gelangen.
Daneben  aber  gehen  die  Bestrebungen,  die  natürlichen  Eigenschaften  des  Holzes  so  zu  verändern, ­
  daß  es  jeweils  allseitiger  oder  für  besondere  Zwecke  verwendbar  wird.  Diese  natürlichen
Eigenschaften  des  Holzes,  wie  das  Schwinden  bei  der  Austrocknung,  die  Fäulnis,  die  Brennbarkeit ­
  werden  mit  mehr  oder  minder  großem  Erfolg  für  die  verschiedenen  Verwendungsbereiche ­
  zu  beheben  versucht.  Durch  künstliche  Nachtrocknung  und  neuartige,  wasserfeste
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.