Full text: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Der Standort. 
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der Natur wirksam sind und von Menschen benutzt werden, wie der Wind, die 
Schwerkraft, das Wachstum, das Klima; 2. die Stoffe, die in der Natur vorhanden 
sind und dem Menschen zur Verfügung stehen, wie die Erden, die Steine, die 
Kohlen, die Erze, das Kali; 3. die Natur als örtliche Gegebenheit (ohne die inneren 
Eigenschaften wie zu 1 und 2): der Grund und Boden, auf dem sich das mensch 
liche Leben und das der Wirtschaftsbetriebe vollzieht. 
Die Natur als Kraft (im Sinne von 1) tritt bei den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben 
stark in den Vordergrund. Sie zeigt sich in der Fruchtbarkeit des Bodens, die wieder von der 
Beschaffung desselben und dem Klima abhängig ist. Von diesen Eigentümlichkeiten ist nicht 
nur der Erfolg der landwirtschaftlichen Arbeit abhängig, sondern auch der Gegenstand des 
Betriebs: ob Anbau von Getreide oder Kartoffeln oder ob Viehwirtschaft. Die beiden anderen 
Grunddinge: Kapital und Arbeit müssen sich der Natur mehr oder weniger anpassen. Das 
schließt nicht aus, daß sie in den Überlegungen des Landwirts trotzdem eine wichtige Rolle 
spielen können, so zum Beispiel, wenn er es mit Rücksicht auf die Kosten- und Preisgestaltung 
für günstiger ansieht, mehr Roggen als Weizen, oder mehr Kartoffeln als Rüben anzubauen. 
Doch kann sich auch dies schließlich nur im Rahmen der besonderen Eigenschaften des zur 
Verfügung stehenden Grund und Bodens vollziehen. 
Auf den ersten Blick ist zu erkennen, daß die Natur in dieser Weise bei den 
kaufmännischen Wirtschaftshetriehen, mit denen wir es hier zu tun haben, nicht 
mitwirkt. Bei diesen ergibt sich vielmehr folgendes: 
Was zunächst die sog. Abbaubetriebe anlangt, so gründen sich diese auf die von 
der Natur dargebotenen Stoffe (Naturschätze). Sie werden der Natur abgenom 
men oder, wie der Fachausdruck lautet, gewonnen: Erden aller Art, Erze, Kohlen, 
Torfe, Kali u. a. m. Die Steinbrüche, Sandgruben und Bergwerksbetriebe aller 
Art sind in diesem Sinne mit der Natur verwachsen, sind ohne diese Naturgaben 
nicht denkbar. Die Stoffe bestimmen zugleich den Ort, wo sich die Betriebsarbeit 
vollzieht: an der Stelle, wo sich die Bodenschätze befinden. 
Bei allen anderen Wirtschaftsbetrieben, die (sich an die Stoffgewinnung in 
Landwirtschaft und Bergbau anschließen und) die Bearbeitung und Verteilung 
übernehmen, tritt die Natur als Naturkraft und -gäbe zurück. Jetzt handelt es 
sieh darum, die gewonnenen Stoffe für die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse 
geeignet und greifbar zu machen. Die Arbeit an den und mit den Stoffen tritt in 
den Vordergrund. Doch können (und wollen) auch diese Wirtschaftsbetriebe nicht 
samt und sonders oder ganz auf die Mitwirkung der Natur verzichten. Diese Mit 
wirkung äußert sich in dreierlei Weise: 
a) Durch Benutzung der Naturkraft entweder in der ursprünglichen Form des 
Wassers, des Windes und der Schwerkraft oder in der abgeleiteten Form des 
Dampfes, der Gase oder der Elektrizität. In welcher Weise das vor sich geht oder 
gehen kann, ist in III dargelegt worden. Über den Einfluß, den diese Naturkräfte 
auf die Wahl des Ortes für die Betriebsstätte auszuüben vermögen, wird in diesem 
Abschnitt unter 2 zu sprechen sein. 
b) Durch Rücksichtnahme auf gewisse Naturtatsachen. So werden die Wirt 
schaftsbetriebe ihre Tätigkeit nicht in gesundheitsschädlicher Umgebung (Sumpf 
gebieten) ausüben oder sonstigen Gefahren (Überschwemmungen) ausgesetzt sein 
wollen. Anders gesehen: die Betriebe werden versuchen, die klimatischen Vorteile 
der Natur ihrer Arbeit dienstbar zu machen, so wenn zum Beispiel in der Garn 
industrie die Erfahrung gemacht wird, daß in einem feuchten Klima die Garne 
leicht und geschmeidig werden. 
c) In allen übrigen Fällen spielt die Natur nur noch die Rolle, daß jeder Wirt 
schaftsbetrieb eine Stelle haben muß, wo er seine Arbeit ausübt. In dieser Be 
ziehung benötigt der Betrieb einen Teil der Erdoberfläche, wo er sich niederläßt. 
Natur in diesem Sinne ist der Grund und Boden, der dem Betrieb als Stätte für 
seine Niederlassung dient. Dieses Verhältnis des Grund und Bodens zu der Nieder 
lassung von Betrieben nennt man den Standort. 
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