Full text : Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!

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schaft  sind,  aber  zur  Vermehrung  der  volkswirtschaftlichen  Güter
unmittelbar  nichts  beitragen.  Man  stoße  sich  nicht  an  der  Härte
des  Ausdrucks,  wenn  wir  diese  Gruppe  als  diejenige  der  unproduktiven ­
  Arbeiter  bezeichnen.  Ohne  den  Richter,  den  Lehrer,  den
Verkehrs-  und  Verwallungsbeamten,  den  Soldaten,  ist  gewiß  der
Bestand  unserer  Gesellschaft  unmöglich,  aber  trotzdem  erkennt  man
auf  den  ersten  Blick  den  Unterschied,  der  zwischen  dieser  Kategorie
von  Burgern  und  den  eigentlichen  Erwerbsständen,  dem  Ackerbauer,
dem  Bergmann,  dem  gewerblichen  Arbeiter,  dem  Kaufmann  (der
für  die  notwendige  Güterverteilung  sorgt)  usw.,  besteht.  Die  Gesamtarbeit ­
  einer  Nation  zerfällt  also  in  zwei  Klassen,  von  denen  die
eine  dazu  dient,  den  Bestand  an  solchen  Gütern  zu  sichern,  die  zur
Versorgung  des  Volkes  notwendig  sind,  während  die  andere  sich  der
Ordnung  der  Produktion  selbst  anzunehmen  hat.
Hieraus  ergibt  sich  weiterhin,  daß  die  Lebensbedürfnisse  der
zweiten  Klasse  in  irgendeiner  Art  durch  den  Ueberschuß  der  Arbeit
der  ersten  Klasse  gedeckt  werden  müssen,  woraus  sofort  der  zweite
Schluß  zu  ziehen  ist,  daß  natürlich  die  Zahl  der  unproduktiven
Arbeiter  stets  innerhalb  gewisser  Schranken  bleiben  muß.  Kommen  z.  B.
auf  zehn  Einwohner  acht  produktive  und  zwei  unproduktive  Arbeiter,
so  ist  es  leicht  möglich,  daß  das  Mehrerträgnis  der  von  den  acht
produktiven  Arbeitern  geleisteten  Arbeit  dazu  verwandt  wird,  um
die  Bedürfnisse  der  beiden  unproduktiven  Arbeiter  zu  decken,  was
bekanntlich  auf  dem  Wege  geschieht,  daß  der  Staat  von  der  produktiven ­
  Arbeit  ein  Mehr  an  Steuern  erhebt,  das  er  dazu  verwendet,
um  Gehälter  oder  sonstige  Einnahmen  für  die  unproduktiven  Arbeiter
zu  beschaffen.  Würde  aber  etwa  die  Zahl  der  unproduktiven  Arbeiter
des  Beamtenheeres,  der  Wehrmacht  oder  sonstiger  Gruppen,  die
keine  für  die  Volksgemeinschaft  nützliche  Arbeit  leisten,  z.  B.  der
Arbeitslosen,  oder  auch  solcher  Arbeiter  —  wir  kommen  daraus  zurück ­
  —,  welche  gezwungen  sind,  für  das  Ausland  zu  arbeiten,  eine
gewisse  Höhe  übersteigen,  so  daß  vielleicht  auf  zehn  Einwohner  vier  oder
fünf  unproduktive  Existenzen  kommen,  so  würde  es  selbstverständlich
nicht  möglich  sein,  aus  dem  Erträgnis  der  produktiven  Arbeit  die
Bedürfnisse  der  anderen  Kategorie  zu  bestreiten.  Noch  fehlt  es  an
einer  wissenschaftlichen  Feststellung,  wieweit  etwa  die  Belastung  des
Wirtschaftskörpers  in  dieser  Richtung  gehen  kann.  Wir  wissen,
wie  schwer  schon  heute  die  Ausdehnung  der  Beamtenschaft  den
            
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