Full text : Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!

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werde  ich  noch  zurückkommen,  doch  kann  hier  schon  bemerkt  werden,
daß  selbstverständlich  Auslandsschulden  eine  unbedingte  Belastung  der
Volkswirtschaft  darstellen,  die  wir  absolut  nur  durch  Lieferung  von
Waren,  d.  h.  also  durch  unserer  Hände  Arbeit,  ausgleichen  können.
Was  dagegen  die  Jnlandsschulden  anbetrifft,  so  ist  es  mir
unverständlich  gewesen,  wie  Leute  über  diese  Schulden  so  furchtbar
jammern  können.  Für  mich  steht  es  fest,  daß  ein  Wirtschaftskörper
wohl  durch  seine  laufenden  Ausgaben,  hervorgerufen  durch  eine  zu
große  Anzahl  von  unproduktiven  Personen,  existenzunfähig  werden
kann,  aber  niemals  kann  der  Staat  unter  seinen  Jnlandsschulden
zusammenbrechen,  denn  mit  den  Schulden  steigt  auch  unbedingt
die  Geldentwertung,  die  gleichbedeutend  ist  mit  einem  buchmäßigen
Steigen  der  sachlichen  Werte,  und  somit  müssen  den  Schulden
auch  stets  genügend  buchmäßige  Werte  gegenüberstehen.
Nun  wird  bei  unserer  Steuerpolitik  der  eine  grundsätzliche  Fehler
gemacht,  daß  den  heutigen  Papierschulden  nicht  unter  allen  Umständen
und  in  allen  Fällen  auch  die  Papierwerte  gegenübergestellt  werden.
Wenn  wir  erst  zu  der  Erkenntnis  kommen,  daß  alle  Werte  der  Volkswirtschaft, ­
  ohne  Ausnahme,  theoretisch  bis  zur  Stecknadel  herunter,
über  das  Individuum  hinaus  der  ganzen  Volkswirtschaft  gehören,
so  wird  uns  klar,  daß,  nachdem  nun  einmal  die  Schulden  entstanden
sind,  wir  wegen  dieser  nicht  ängstlich  zu  sein  brauchen,  denn  diesen
Schulden  müssen  ja  unbedingt  genügende  und  entsprechende  Werte
gegenüberstehen,  weil  alle  Volkswirtschaftswerte  stets,  entsprechend ­
  den  Schulden,  ebenfalls  gestiegen  sein  müssen.
Wir  müssen  freilich  jedem  Besitzer  irgendwelcher  Werte  klarmachen, ­
  daß  die  Verzinsung  und  langsame  Abtragung  der  Jnlandsschulden ­
  nur  von  jenen  übernommen  werden  können,  die  ein  nennenswertes ­
  Vermögen  in  irgendwelcher  Form  und  Höhe  besitzen.  Es
wäre  ein  Unrecht,  von  der  besitzlosen  Masse  zu  verlangen,  daß  auch
sie  für  die  Staatsschulden  hastet,  denn  es  würde  darauf  hinauslaufen,
die  Arbeitskraft  des  einzelnen  zu  kapitalisieren  und  dieses  Kapital
dann  mit  einer  Hypothek  zu  belasten.
Wenn  wir  durch  eingehendes  Nachdenken  zu  der  Überzeugung
gelangen,  daß  unsere  Papierwerte  die  Deckung  für  unsere  Papierschulden ­
  bilden,  so  ist  diese  gleichbedeutend  mit  der  Einsicht,  daß
dann  Konfiskationssteuern  eine  technische  Unmöglichkeit  sind.
            
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