Full text : Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!

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Es  kann  mir  erwidert  werden,  daß  die  angeblich  ungleichmäßige
Verteilung  nicht  nur  durch  die  Kapitalisten,  sondern  auch  durch  die
besser  situierten  Bürger  verursacht  werde,  und  daß  infolgedessen  mein
Beispiel  nicht  stimme.  Hier  mag  zunächst  festgestellt  werden,  daß
ein  konimunistischer  Staat  außer  den  Großführern  an  Stelle  der  Großkapitalisten ­
  auch  Mittel-  und  Kleinführer  an  Stelle  der  Kleinkapitalisten
und  Bürger  benötigen  dürfte,  und  diese  werden  sicher  bei  der  Verteilung ­
  ebenfalls  eine  bessere  Behandlung  beanspruchen.  Abgesehen
hiervon  sehen  wir  aber,  daß  der  Haß  der  großen  Massen  sich
wesentlich  nur  gegen  die  größeren  Kapitalisten  richtet,  wie  das  z.  B.
durch  die  Forderung  nach  Sozialisierung  der  großen  Betriebe  bewiesen
wird.  Es  ist  das  auch  erklärlich,  denn  mit  dem  besser  situierten
Bürgertum  ist  der  Arbeiter  in  zu  vielen  Fällen  verschwägert  und
versippt,  und  die  Hoffnung,  daß  er  oder  doch  wenigstens  seine  Kinder
durch  Glück  oder  Tüchtigkeit  in  diese  Gesellschaftsklasse  aufsteigen
könnten,  ist  viel  zu  stark  und  naheliegend,  um  einen  wirklichen  Haß
gegen  den  Bürger  aufkommen  zu  lassen.
Sehr  zugunsten  des  Kapitalismus  spricht  seine  Neigung,  nur
einen  Teil  seiner  Gewinne  für  den  persönlichen  Bedarf
auszugeben.  Ein  Kapitalist,  der  nicht  weiter  spart,  sondern  alle
Gewinne  und  womöglich  noch  einen  Teil  seines  Kapitals  verzehrt,
hört  bald  auf,  Kapitalist  zu  sein.  Wenn  aber  jemand  in  einem  Jahre
1  000  000  Mark  verdient,  hiervon  100  000  Mark  für  seinen  eigenen
Bedarf  an  vergänglichen  Gütern  ausgibt,  dagegen  900  000  Mark
in  Neuanlagen,  Maschinen  usw.  hineinsteckt,  so  handelt  er  hiermit
ganz  außerordentlich  im  Interesse  der  gesamten  Volkswirtschaft,  denn
diese  Neuanlagen  vergrößern  das  Volksvermögen  dauernd  oder  doch
auf  längere  Zeit.  Es  sei  hierbei  auch  auf  die  Unmöglichkeit  hingewiesen, ­
  einmal  investierte  Gewinne  verschwenden  oder  vergeuden  zu
können.  Der  Kapitalist  erzeugt  durch  solche  Verwendung  seiner
Gewinne  eine  feste  Grundlage  zu  weiterer  Vermehrung  des  Volksvermögens. ­
  Seine  Ersparnisse  kommen  nicht  nur  ihm  selbst,  sondern
auch  der  Gesamtheit  zugute.  Es  ist  also  ein  scharfer  Unterschied  zu
machen  zwischen  den  Kapitalisten,  die  durch  werbende  Neuanlagen
für  das  Wohl  der  Volkswirtschaft  sorgen,  und  denen,  die  ihre  Einnahmen ­
  oder  ihr  Vermögen  für  vergängliche  Güter  verschwenden;
der  Kapitalist,  der  den  größten  Teil  seiner  Gewinne  in  maßloser
Weise  für  vergängliche  Güter  ausgibt,  ist  ein  Schädling  der  Volks-
            
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